Freitag, 8. März 2013

Entscheidungshilfe Raw-Format: DNG oder PEF?

Bereits vor einem halben Jahr hatte ich mich kurz mit dem Thema DNG vs PEF beschäftigt. Damals hatte ich ein wenig mit der verlustbehafteten Kompression von DNG herumprobiert. Bis heute bin ich dem PEF Format weiter treu geblieben. Ich fühle mich da dem Namen meines Blogs verpflichtet.
PENTAX hat zumindest in den neueren Modellen K-5 II/s das markeneigene Raw-Format (noch) nicht aufgeben, auch wenn dies durch die K-30 und K-01 nicht mehr unterstützt wird. Natürlich könnte das daran liegen, dass die "neuen" Modelle nur Updates der älteren K-5 sind - inklusive deren Firmware.

Heute nachmittag habe ich mich nun erneut ein wenig mit DNG und PEF beschäftigt. Ich bin mit meiner K-5 kurz vor die Türe und habe ein paar Motive in beiden Raw-Formaten parallel abgelichtet. Dabei kam zwar kein Stativ zum Einsatz, ich habe aber darauf geachtet, jeweils den gleichen Bildausschnitt und die gleichen Aufnahmeparameter zu verwenden. Zuhause habe ich dann die Bilder auf Platte gespielt und die Dateigrößen verglichen. Die DNGs direkt aus der Kamera waren ca. 0 bis 5% größer, also eigentlich nicht der Rede wert.

Kein für mich relevanter Unterschied zwischen den Raw Formaten feststellbar, auch nicht in 1:1 Ansicht

Qualitativ konnte ich in bei der Betrachtung in Lightroom keine Unterschiede feststellen. Raw ist halt Raw. Einen wirklichen Vorteil von DNG ist aus meiner Sicht die Einbettung der Entwicklungsparameter aus LR.  Über die Funktion Metadaten in Datei speichern werden diese direkt in die Datei gespeichert. Das gibt mir ein besseres Gefühl für die Zukunft, auch wenn die Interpretation der Parameter natürlich wieder abhängig von der verwendeten (Adobe) Software ist. Aber ich mache mich auch unabhängiger vom LR Katalog. Bei PEF werden die Entwicklungsdaten uncharmant in eine Sidecar-Datei unter gleichen Namen wie die Bilddatei parallel ins Verzeichnis gespeichert, nur mit der Endung xmp.

Entwicklungsparameter wie hier zur SW-Bearbeitung können in die DNG Datei direkt gespeichert werden

In Lightroom gibt es sowohl beim Import als auch nachträglich über Foto in DNG konvertieren die Möglichkeit die PEFs in das Adobe Format zu überführen. Und hier gab es für mich wirklich eine Überraschung. Waren die DNGs aus der Kamera noch ein wenig größer als die PEFs, ergab die Konvertierung der PEFs nach DNG in Lightroom einen klaren Vorteil für DNG, so zwischen 15 bis 20%. Natürlich ohne die Option der verlustbehafteten Kompression. Immer noch nicht die Welt, aber immerhin.

Dateigrößen gleicher Motive mit DNG, PEF und DNG aus PEF in LR konvertiert. Die Konvertierung "gewinnt"

Mein persönliches Fazit: Aufgrund des kleinen Vorteils der besseren Kompression und der Option der Einbettung der Entwicklungsdaten direkt in das digitale Negativ werde ich beim Import der Dateien auf die Festplatte mit Lightroom auf DNG setzen.
Damit "darf" ich dann weiterhin in PEF Raw fotografieren und meinem Blog treu bleiben - bis PENTAX dann irgendwann so eine attraktive Kamera ohne PEF Unterstützung anbieten wird, dass ich schwach werden muss.

Kommentare:

  1. Hallo Dirk.
    Ich bin vor kurzem wieder auf Aperture 3 umgestiegen.
    Ich bilde mir ein, dass Aperture mit den DNGs besser zurechtkommt und sich z. B. Schatten besser aufhellen lassen.
    Vermutlich werde ich es aber nochmal in einer genauen Gegenüberstellung von PEF und DNG testen. Derzeit mache ich meine Aufnahmen in DNG.

    VG Nico

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  2. Mir fehlt da der Vergleich, ich kenne Aperture nicht. Das wäre aber ein Armutszeugnis für Adobe, da sowohl DNG also auch Lightroom von Adobe kommen.

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  3. Es ist schon interessant, mit der K-7 arbeitete ich zu Beginn auch mit DNG, einfach weil ich dem offenen DNG gegenüber dem proprietären PEF den Vorzug geben wollte.
    Doch "gefühlt" ließen sich die PEF's besser in Lightroom verarbeiten (allerdings testete ich das nur mit LR3).
    Theoretisch sollte sich PEF und DNG in der Verarbeitung am Ende nichts nehmen. Ein genauer Test wäre da schon interessant.

    VG
    Oliver

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