Sonntag, 28. April 2013

Pentax Q und Sony RX100 im Vergleich

Die Q ist ein wenig kleiner, aber mit Objektiv auch tiefer und
 nicht mehr "hosentaschentauglich" - die RX100 schon.
Ein Vergleich zwischen der kleinen Q mit Mini-Sensor und der Sony RX100? Nicht ernsthaft, oder? Nein, nicht ernsthaft, falls es um technische Bildqualität gehen soll. Da ist die Sony zweifelslos ganz weit vorne, auch gegenüber vielen anderen Konkurrenten im Mark der Premium-Kompakten. Ich will das ganz bestimmt nicht anzweifeln, ehrlich nicht.

Meine Blog-Statistik zeigt: es braucht solch einen Titel mit um Aufmerksamkeit haschenden Stichworten wie RX100 und Vergleich, um neue Blog-Besucher anzulocken ... es sei mir hoffentlich verziehen. Dennoch will ich in diesem Post einen kleinen, persönlichen Erfahrungsbericht wagen, aber bezogen auf die Bedienbarkeit der Kameras. Beide mussten mich und meine Frau auf einen kinderlosen Wochenendausflug begleiten, den wir uns einmal im Jahr gönnen dürfen - den Schwiegereltern sei Dank! Dieses Jahr war das Sauerland in der Gegend um Warstein unser Ziel. Ich war gespannt, welche Eigenschaften der beiden Kameras mir wohl besonders positiv, aber auch negativ auffallen würden. Auf die K5 hatte ich an diesem Wochenende keine Lust.

Die Filtereffekte der Q haben es mir angetan. Hier die Hochkontrast Farbextraktion Blau.

Auch die Sony RX100 "kann" Color-Key Effekte

Die Q hat den Vorteil des strahlenden Neuzugangs, den ich immer noch neugierig entdecken will und der mir derzeit sehr viel Spaß am Fotografieren bereitet. Die RX100 dagegen ist in unserem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Sie ist die Familien-Kamera, die auch gerne von meiner Frau für schnelle Fotos und Videos genutzt wird. Dabei überzeugt sie durch anerkannt gute Haptik und - wie oben bereits eingestanden - tolle Bildqualität. Ich persönlich nutze sie bisher als Ersatz für unterwegs, wenn die K5 Ausrüstung mir zu beschwerlich ist.
Dabei passt die Sony noch in meine Hosentasche, während die Q "nur" als Jackentaschen-tauglich durchgehen kann. Gut, ich hab die Q + 01 Prime auch mal in meine Jeans gestopft, das sah dann aber schon albern aus ...

Aufhellblitz der Q im Einsatz am Lörmecke-Turm bei 1/800s (!)
Mit einem Q-K Adapter und Crop 5,5 mutiert ein PENTAX K-Objektiv schnell zum Tele, hier mit FA 28-80 bei 35mm

Mit der Q habe ich erstmals die Begeisterung fürs Fotografieren mit Jpeg und Effekt-Filtern entdeckt. Besonders die Hochkontrast-Effekte SW und Farbextraktion haben es mir angetan. Das Schöne an der Q ist, dass Effekte und benutzerspezifische Bildeinstellungen wie Umkehrfilm (mein Tipp als Standard-Einstellung!), Cross, SW, Bleichfilter usw. auf das Wählrad an der Kamerafront auf vier verschiedene Positionen frei verteilt werden können. Zählt man die 0-Stellung hinzu, sind es sogar fünf. Dieses Einstellrad erlaubt eine sehr schnelle, intuitive Umschaltung des gewünschten Programms. Besser geht es aus meiner Sicht nicht.
Allerdings zeigte mir der Praxis-Test auf unserem ersten längeren Spaziergang in der Gegend um Kallenhardt, dass die Spielereien auch ihren Preis haben: man ist gut beraten, bei der Q immer einen Ersatzakku mitzuhaben. Die Sony hält da gefühlt wesentlich länger durch.

Schloss Körtlinghausen mit Hochkontrast SW Smart-Effekt der Q
Allein im Wald um Kallenhardt. Nochmal mit Q Smart-Effekt (Hochkontrast  Farbextraktion)
Geringe Schärfentiefe und schönes Bokeh gehen auch mit der Q (01 Standard Prime), wenn man nah am Motiv ist

Am zweiten Tag besuchten wir die Möhnetalsperre. Hier wollte ich auch erstmals die Effektspielerreien der RX100 Out-of-Cam ausprobieren. Die Palette der Sony ist dabei auch sehr vielfälltig. Auf den ersten Blick nehmen sich die Q und die Sony hier nichts. Was mir aber den Spaß an der Sony ein wenig vermieste, war die Bedienung. Effekte können bei der Sony über das normale Menu, über die Fn Schnellauswahl oder über eine eigene umprogrammierte Taste aufgerufen werden.
Das Problem dabei ist, dass stets über die große Liste aller Effekte gescrollt werden muss. Bis man da den richtigen ausgewählt hat, muss man schon genau schauen. Und wenn der Effekt wieder ausgeschaltet werden soll, muss auch wieder der eine Eintrag zum Ausschalten aus der Liste gefunden werden. Eine Auswahl von mehreren Favoriten ist bei der Sony leider nicht möglich. Und wo wir gerade bei der Bedienung sind: es gibt keine eigene Taste zum Ausklappen des Blitzes. Dieser muss auch über ein Menu-Eintrag aktiviert bzw. der Automatik überlassen werden (was ich niemals möchte). Grandios dafür ist die Eigenschaft des Blitzes, ihn per Fingertipp für indirektes Blitzen "verbiegen" zu können.

Farbextraktion geht auch mit der RX100, allerdings umständlicher einzustellen
Der große Sensor der RX100 erlaubt viel Spiel mit der Schärfe für eine Kompaktkamera

Ein klarer Vorteil der Sony gegenüber der Mini-Pentax ist aber das hervorragende Display. Während man bei der Sony auch noch gut im Sonnenlicht fotografieren kann, ist dies bei der Q schnell nicht mehr möglich. Gut, wir hatten an diesem Wochenende auch wirklich sonniges Wetter, aber das soll sogar in Deutschland ab und an vorkommen. Bei starken Sonnenlicht wird die Bildgestaltung mit der Q zum Glücksspiel.

Hochkontrast SW mit der einen (hier Sony RX100) ...

... und mit der anderen Kamera (hier Q). 

Mein Fazit in Sachen Bedienung? Bis auf das Display brilliert hier meiner Meinung nach die kleine Q. Klar, die Sony ist auch ein Handschmeichler und im Alltag zumeist einfach zu bedienen. Der Objektivring und einige Tasten sind konfigurierbar. Aber das täuscht nur darüber hinweg, dass eigentlich ein paar eigene Bedienelemente fehlen, insbesondere für den Blitz. Die Q bestätigt den guten Ruf von PENTAX für intuitive Bedienbarkeit. Sie lässt sich wie eine kleine DSLR des Herstellers bedienen.

Ist die Q jetzt die bessere Kamera? Ganz sicher nicht. Die PENTAX Q ist aus meiner Sicht ein tolles Zweitsystem für (PENTAX-) Liebhaber, die Spaß am Akt des Fotografierens selbst haben und nicht immer auf Messwerte und optimale Bildqualität bei hohen ISO Werten schauen müssen. Die Sony dagegen  kann in einem Haushalt allein bestehen, braucht eigentlich keine weitere Kamera neben sich. Wenn eine herausragende Bildqualität und auch ein zumindest rudimentäres Spiel mit Schärfentiefe wichtig ist, dann ist sie die richtige Wahl. Auch ist sie eine tolle Alternative für schleppfaule DSLR Fotografen, die die schwere Ausrüstung ab und an zuhause lassen möchten.





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