Sonntag, 3. November 2013

Einstieg in die Langzeitbelichtung

Letzte Woche habe ich mich erstmals mit dem Thema Langzeitbelichtung ernsthaft beschäftigt. Motivation war ein Gutschein-Geschenk meinerseits für meinen Bruder. Ich habe uns im Januar für einen Fotoworkshop in Köln zum Thema Nachtfotografie "für Fortgeschrittene" angemeldet. Das Problem: fortgeschritten ist da keiner von uns. Doch kein Problem, dachte ich mir. Einfach mal ein gutes Buch zur Hand und dann wird das schon.

Meine erste Langzeitbelichtung: Kloster Burbach (20s, f /16)
So bin ich nach kurzer Amazon-Recherche auf das Buch Langzeitbelichtung und Nachtfotografie von Ronny Ritschel (hier sein Blog) gestoßen. Das 260-Seiten-Werk hat viele, sehr ansprechende Beispielfotos und die Thematik ist locker und leicht verständlich erklärt. Da verzeihe ich auch den ein oder anderen orthographischen Fehler oder allzu oft wiederkehrende Erläuterungen im Text.

Insbesondere die Fotos bei Tageslicht fand ich faszinierend. In Erinnerung an einen Graufilter, den ich mal vor geraumer Zeit angeschafft aber eigentlich nie benutzt habe, bin ich in den letzten Tagen mit Kamera und Stativ (und eben diesem Filter) in der näheren Umgebung herumgezogen auf der Suche nach geeigneten Langzeitbelichtungsmotiven (schönes Wort).

Wasser gebändigt: Strandbad am Otto-Maigler-See (61s, f /16)
Was ich als erstes leidlich lernen musste: mein einziger ND-Filter mit Stärke 1,8 (entspricht sechs Blendenwerten) verdunkelt am Tag zu wenig, um auf anständige Zeiten jenseits der 30 Sekunden bei normal geöffneter Blende zu kommen. Aber diese Zeiten sollten schon angestrebt werden, wenn Wolken am Tag schön fließend abgebildet werden sollen.

In Ermangelung eines stärkeren (oder zweiten) Graufilters musste ich dann leider auch sehr hohe Blendenzahlen einstellen bzw. die Blende komplett schliessen, was der Schärfe der unbeweglichen Objekte im Bild nicht zuträglich war (Stichwort Beugungsunschärfe). Ab und zu habe ich dann zusätzlich noch einen Polfilter davor gehalten, um nochmal ein bis zwei Blendenwerte Licht zu schlucken.

Maria Aegyptiaca-Kapelle am Jagdschloss Falkenlust bei Brühl (15s, f /18)
Die Aufnahmetechnik erscheint schnell erlernt zu sein. Kamera auf ein stabiles Stativ, manuelles Belichtungsprogramm, ISO-Einstellung schön niedrig, Schärfe einstellen, Blende wählen, Belichtungszeit merken, ND-Filter montieren, neue Zeit berechnen in Abhängigkeit vom eingesetzten Filter (ggf. dann Kamera in Bulb Modus umstellen bei Zeiten über 30 Sekunden), Auslösen.

Und dann das ganz erneut mit korrigierten Belichtungsparametern, wenn die Lichter doch ausgefressen waren. Aufgrund der langen Belichtungszeiten und einhergehenden Warterei habe ich das Ganze als sehr entspanntes Fotografieren wahrgenommen ...

Blick auf Köln vom Hürther Einkaufszentrum (20s, f /25)
Die wichtigste Erkenntnis für mich nach einer Woche herumprobieren: wie immer ist dann doch die Wahl eines geeigneten Motivs maßgeblich. Und da ist es bei der Langzeitbelichtung nicht einfach damit getan, Wolken und Wasser mit auf das Bild zu nehmen (wie ich es jetzt in den letzten Tagen getan habe, um die Technik mal auszuprobieren).

Ich freue mich auf jeden Fall auf den Moment, wenn ich an Zeit und Ort bin und denke, das hier ist genau richtig für eine Langzeitbelichtung. Mal sehen, wann dieser Moment mal kommt (bisher war er sicher noch nicht da) ...  und hoffentlich hab ich dann Stativ und Graufilter dabei!

Sonnenblumen im November? (10s, f /22)

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