Sonntag, 2. Februar 2014

Workshop Nachtfotografie im Mediapark Köln

Letztes Wochenende war es soweit. Mein Bruder und ich nahmen an unserem ersten gebuchten Foto-Workshop unseres Lebens teil: Nachtfotografie für Fortgeschrittene. Am Samstag nachmittag trafen wir uns vor dem Cinedom im Kölner Mediapark mit fünf anderen Hobby-Fotografen sowie Peter und Sigrid, unsere Fototrainer für den Abend.

Wintermarkt im Mediapark, gesehen von der Fußgängerbrücke, die schön wackeln kann ...
Beim Auspacken des Stativs dann eine böse Überraschung: der Arretierhebel zur Fixierung der Wechselplatte war gebrochen. Zuhause hatte ich noch mein Stativ kontrolliert, und es wohl zu gut gemeint, als ich die Stellschraube für den Hebel noch ein wenig angezogen habe ... was für ein Mist, aber OK. Irgendwie konnte ich die Kamera noch auf dem Stativ halten, zumindest Aufnahmen im Querformat waren noch mit Vorsicht möglich, aber leider keine im Hochformat. Schade um den 148m hohen KölnTurm.

Peter Strobel leitete den Workshop an. Bis auf ein paar kurze Tipps am Anfang zu typischen
Einstellungen der Nachtfotografie (ISO runter, ein wenig Probieren mit verschiedenen Werten zum Weißabgleich) gab es sonst für mich keinen technischen Input. Ein wenig mehr hatte ich mir schon erhofft. Interessanter waren da der Einsatz einer lichtstarken Taschenlampe zum "Live-Abwedeln" sowie von pyrotechnischen Hilfsmitteln.

Brücke im Vordergrund mit Taschenlampe aufgehellt, in der EBV dann nochmal ordentlich gepusht
Versuche mit Goldregen. Die Passanten, die warten mussten, hats gefreut ...
... und uns auch! 
Peter regelte auch souverän zwei, drei Begegnungen mit der Security auf seine sympathische "kölsche Art". Der Mediapark ist Privatgelände, und tatsächlich wird "wildes" Fotografieren, besonders bei Nacht, dort nicht gerne gesehen.

Cinedom und Parkhaus-Luftschächte.
Treppenaufgang mit Besuch der Security (nein, die ist nicht im Bild).
In Lightroom im "Cross-Verfahren" nachbearbeitet
Wir verbrachten über viereinhalb Stunden im Mediapark knapp über dem Gefrierpunkt in lockerer, netter Runde. Auf dem Papier waren drei Mädels dabei, die sich dann aber doch als "Weihnachtsgeschenke" für ihre Männer entpuppten.
Was ich bemerkenswert fand: es waren drei Sonys dabei, nur zwei Nikons und eine Canon - und natürlich meine Pentax. Besonders interessant fand ich eine Sony Alpha 7, schön kompakt und der elektronische Sucher hat mich wirklich beeindruckt. Insgesamt war es aber sehr angenehm, dass die Ausrüstung bzw. Kamera-Marken eigentlich gar nicht diskutiert wurde, sondern es am dem Abend nur ums Fotografieren ging.

"Bei der Arbeit"
Meine persönlichen fotografische Erkenntnisse des Abends kurz zusammengefasst:
  • Nachtfotografie mit defektem Kugelkopf macht überhaupt keinen Spaß.
  • Wenn Stativ, dann aber mit anständiger Arbeitshöhe - und zwar ohne ausgefahrene Mittelsäule. Mein günstiges Mantona-Stativ hat mir bisher immer gereicht, aber an diesem Abend war es mir einfach nicht hoch genug. Das Ausfahren der mittleren Stange ist dabei keine Abhilfe, da dann oft das kaum merkliche Zittern beginnt, dass man aber leider erst zuhause am Monitor durch unscharfe Fotos bestätigt sieht. OK, das schreit nach einer Neuanschaffung.
  • Nachtfotografie bei Kälte erfordert passende Kleidung. Oder zumindest eine heiße Badewanne danach.
  • Die Regel "Expose to the Right" funktioniert bei Nacht nicht (für mich). Lieber belichte ich bei Nacht kürzer und pushe dann später in der Nachbearbeitung um ein bis zwei Lichtwerte, als dass ich Lichter ausbrennen lasse. Klar, das Pushen verstärkt eventuelles Rauschen in den dunklen Bereichen, aber bei den niedrigen ISO Werten finde ich das bei der K5-IIs, mit der ich an dem Abend fotografiert habe, nicht störend.
Freihand-Versuch, nachdem mit dem defekten Stativkopf gar nichts mehr ging
Was bleibt vom Abend? Es hat viel Spaß gemacht, obwohl es auch eine Stunde weniger hätte dauern dürfen (war halt kalt). Wir haben einige gute Anregungen und Ideen für unsere nächste Foto-Session mitgenommen, die wird dann aber sicher wieder zu zweit unternehmen werden.

Frank mit kritischem Blick, aber warm eingepackt. Coole Foto-Handschuhe!

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