Montag, 7. April 2014

Systemkameras im Bedientest

"Was die Bedienkonzepte der Kamerahersteller wirklich taugen" titelt die aktuelle Ausgabe des fotoMAGAZINs. Das fM hat acht verschiedene Systemkameras mit und ohne Spiegel von acht Testern bewerten lassen. Jetzt weiß ich also, wie einfach die Kameras von Canon, Fujifilm, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax, Samsung und Sony zu bedienen sind. Nach der Bewertung von acht Testern. Also acht. Wirklich.

Bitte spätestens jetzt den Ironie-Modus einschalten ... in unerschütterlichem Selbstvertrauen bin ich selbstverständlich vor der Lektüre davon ausgegangen, dass in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Ergonomie PENTAX endlich mal zeigen darf, wie ein exzellenter Fotoapparat zu funktioniern hat. Das weiß doch wirklich jeder, dass PENTAX gerade in diesen Disziplinen alle anderen in die Tasche steckt, oder? Nein, nicht wirklich.

Und was muss ich lesen? Platz fünf von acht. Und für mich ehrlich schockierend: die K-50 platziert sich hinter einer Canon 700D und Nikon 5300. Wie kann das sein? Im Testbericht dann der Versuch einer Erklärung, dass sich die Tester an der PENTAX K-50 mit den gestellten Aufgaben  "besonders schwer taten". Kein Wunder, denn der Testparcours aus zehn Aufgaben hat es in sich (immer noch nicht ernst gemeint):
  • Manuelles Einstellen von Blende, Zeit und ISO 
  • Weißabgleich auf Kunstlicht einstellen
  • AF-Feld verschieben
  • Bildqualität von JPG auf RAW umstellen
  • Serienaufnahmen von Einzelbild auf Serienbild umstellen
  • Belichtungsreihe mit drei Aufnahmen (jeweils 1 Lw Abstand)
  • Video in Full-HD aufzeichnen
  • Aufnahme mit Bildeffekt z.B. in Schwarzweiß
  • AF auf Gesichtserkennung umstellen
  • Objektiv wechseln

Die Q lässt sich fast so einfach bedienen wie die "Großen"
Es wurden für die Tester "optimistisch" (Zitat) ca. 15 Minuten für die Lösung der Aufgaben veranschlagt, was wohl nur wenige Tester mit den Kameras der ihr vertrauten Marken schafften.

Nun gut. Versuch macht klug. Also habe ich mich auch mit einer Stoppuhr an die Aufgaben gewagt. Im Test: meine Systemkameras K5 IIs, K01 und die kleine Q. Als Zugabe dann noch eine kompakte Sony RX-100, allerdings ohne Objektivwechsel. Der hätte dann doch zu lange gedauert bzw. die Kamera dauerhaft beschädigt. Meine Zeiten: K-5 IIs in 2min 50s, K01 in 2min 26s, Q in 2min 36s und Sony RX100 in 5min 49s. Als Gegenprobe dann zum Abschluss erneut die K-5 IIs (und weil ich nicht glauben konnte, mit der K01 schneller zu sein): 2min 4s. Also 15 Minuten waren zu optimistisch? Und mit der K-50 taten sich die Tester besonders schwer?

Jetzt mal ernsthaft, ohne Ironie: natürlich fühlt sich jeder in seiner Marke sicher. Die ähnlichen Zeiten, die ich bei allen PENTAX Modellen erreicht habe, egal ob DSLR oder große und kleine Spiegellose, sprechen für das konsistente Bedienkonzept über die verschiedenen Modelle hinweg. Jede Funktion konnte ich über eine Direkt-Taste, Einstellrad oder das INFO-Menü ohne Umwege umsetzen. Allein die Einstellung der Gesichtserkennung musste ich bei der K-5 IIs suchen.  Der Ausreißer bei der Sony läßt sich entschuldigen, da ich diese Kamera seltener und eher für Point-And-Shoot nutze.

Zurück zum Testbericht. Was taugen die Bedienkonzept der Kamerahersteller nun wirklich? Nun ja, bei einer Erhebung mit 8 Testern kann ich da beim besten Willen nichts ableiten. Und das hat nichts mit meiner Vorliebe für PENTAX zu tun. Ich finde es oft bedauerlich, dass Tests in Fotofachzeitschirften oft einen Marken-Wettkampf konstruieren, wo keiner sein muss. Wirklich.

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