Samstag, 26. März 2016

GRrrrrrr ...

Ricoh GR von 2013: APS-C Sensor mit 28mm (KB) Linse im kompakten Gehäuse
Kurzschlusshandlung, zumindest fast. Immerhin hatte ich mir 24 Stunden Zeit gelassen, aber dann war die Zusage getätigt und ich habe gebraucht eine Ricoh GR gekauft. Im letzten Post hatte ich dieses Vorhaben bereits angekündigt. Was mich da jetzt getrieben hat, kann ich gar nicht so genau benennen. Im Grunde hat die erneute Neugier gesiegt, ob die GR nicht doch eine noch attraktivere Immer-dabei-Begleiterin wäre, als meine MFT Kamera von Olympus. Eigentlich kannte ich die GR noch von einer ersten kurzen Begegnung. Ich schreibe es direkt: die Neugier hat nicht so lange angehalten bzw. die Vernunft rasch wieder die Oberhand gewonnen. So schnell, wie die Kamera hier war, so schnell hab ich sie nach nicht einmal einer Woche auch wieder ohne Verlust veräußert.

Wunderbar gedeckte Farben, angenehmes Bokeh im Weitwinkel 
Das Gestrüpp scharf bis an die Ränder: das Objektiv ist schon bei Offenblende hervorragend

Warum die Ricoh GR? Beziehungsweise warum nun doch nicht für mich? Die GR Digital Serie hat Ricoh erstmals in 2005 aufgelegt, mittlerweile gibt es sechs Modelle. Die Ricoh GR von 2013 ist das fünfte Modell und das erste mit einem großen APS-C Sensor mit 16 Megapixel Auflösung. Recherchiert man im Netz gibt es nicht wenige euphorische Rezensenten, die diese GR als angehenden Klassiker der Street-Fotografie  sehen. Manchmal findet man auch die Bezeichnung "Leica für Arme", aber das ist schon eine arg überstrapazierte Formulierung wie ich finde. Einigkeit herrscht darüber, dass die kleine GR eine hervorragende Bildqualität abliefert, und dabei aufgrund ihrer relativ flachen und leichten Bauweise noch Hosentaschen-tauglich ist. Dazu kommt eine sehr gute Griffigkeit in einem hochwertigen und unscheinbaren (im positiven Sinne) Magnesium-Gehäuse, mit zahlreichen Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration. Aus meiner Sicht alles richtig soweit, aber dennoch hat es nicht gereicht, sie länger halten zu wollen.

Im Netz viel gelobt: die SW Entwicklung direkt in der GR
Der APS-C Sensor meistert auch kontrastreiche Szenen
Effektfilter können über einen eigene Taste auf der Kameraseite geschaltet werden

Letztendlich ist meine anhaltende Zufriedenheit mit der OM-D E-M10 daran "Schuld", dass die GR keine echte Chance erhält. Die GR ist sehr puristisch ausgelegt, ein unkompliziertes, leises Arbeitswerkzeug mit hervorragender Optik. Die Anschaltzeit ist kurz, die Abbildungsleistung bei normalen Lichtverhältnissen prima. Allerdings finde ich bei höheren ISO Werten das Rauschverhalten nicht ganz so gut wie erwartet, zumal hier (wahrscheinlich) der gleiche Sony-Sensor im Inneren werkelt, der auch in den PENTAX K-5 DSLR Modellen eingebaut ist und dort meiner Meinung nach mehr leistet. Auch habe ich oft nachträglich einen Bildstabilisator (oder eine ruhige Hand) vermisst, wenn ich mir die Bildergebnisse bei längeren Belichtungszeiten am großen Monitor anschaue.

Die OM-D E-M10 ist in der Aufsicht gar nicht mal
soviel größer als die GR
Die kleine Olympus zeigt für mein Dafürhalten, wie es noch einfacher gehen kann, mit schnellerem Autofokus und einem flexibleren, weil beweglichen und berührungsempfindlichen Monitor. Einfach tippen und auslösen, herrlich für Schnappschüsse! Die beiden Kameras zu vergleichen macht natürlich überhaupt keinen Sinn, dafür sind sie dann doch zu verschieden in all ihren Eigenschaften. Aber ich muss mich entscheiden, noch eine Kamera mehr im Haushalt ist zu viel. Sorry GR, du bist ein cooles Stück Technik, aber ich entscheide mich für die Olympus. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältiger, die Ausmaße mir noch kompakt genug (aber definitiv nichts für Hosentaschen) und die Bildqualität des MFT Sensors auch für den Alltag absolut ausreichend, selbst bei höheren ISO Werten. Die Ricoh GR hat ihren guten Ruf und ihre zahlreichen Freunde zurecht verdient, sie passt nur einfach nicht zu mir. Falls aber mal ein Nachfolger mit Bildstabilisierung und Touch-Display kommt, hab ich keine Ausrede mehr ...



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