Mittwoch, 1. Juni 2016

Schau mal sexy ... Model-Shooting mit kollege_tom, BUDDI und Cherry


Letzten Samstag habe ich an einem prima Workshop zum Thema Model-Fotografie teilgenommen. Ort des Geschehens war das Fotostudio von Boom Photography in Coesfeld im westlichen Münsterland. Darauf gekommen bin ich durch das Pentaxians Forum (wo auch sonst). Dort haben kollege_tom und BUDDI (Peter) die Idee für den Workshop entwickelt und mich und meine sechs Mitstreiter angefixt. Wir hatten im Grunde alle kaum oder wenig Ahnung von der Materie, waren aber richtig neugierig, im lockeren Rahmen mit einem professionellen Model arbeiten zu können.

Nach zwei Stunden Anreise und kurzer Suche des Studios im Industriegebiet hatte ich das Ziel ein wenig verspätet erreicht. Nach ein paar Begrüßungsworten und theoretischer Vorarbeit von Peter und Tom ging es gleich raus an die frische Luft zur ersten Lektion. Nachdem wir erklärt bekamen, was Open Shade bedeutet und wie vorteilhaft diese Lichtsituation für die Fotografie von Menschen ist, ging es gleich in die Praxis und ran an unser großartiges Model Cherry van Green (Julia). Als ich an der Reihe war, kam sofort der erste (positive) Stress auf. Die Kameraeinstellungen waren noch rasch erledigt, aber dann ... Bildidee? Pose? Perspektive? Den Mutigen gehört die Welt, also dirigierte ich unser Model zum grünen Notausgang als farblichen Kontrapunkt (ihr Künstlername endet schließlich mit Green). Schon waren die ersten Fotos auf der Speicherkarte - und ich erst einmal erleichtert.




Überhaupt war unser Model Julia einfach nur prima. Sehr fotogen und professionell im Posing, dazu sehr natürlich, freundlich und offen, auch wenn keine Kamera im Einsatz war. Und vor allem plauderte sie viel mit uns und gab wertvolle Hinweise. Wie wirken unsere Anweisungen? Mit welchen einfachen Tipps kann man ein (unerfahrenes) Model vorteilhafter in Position bringen? Wie motiviert man ein Model? Und wie nicht? Julia legte mir vor allem nahe, nicht nach jeder Sequenz Dankeschön sagen zu müssen. Danke dafür. Beziehungsweise natürlich nicht ;-)



Nachdem uns draußen im Sonnenlicht noch sehr überzeugend der Einsatz von Reflektoren zur Vermeidung von Schlagschatten demonstriert wurde, ging es zurück ins Studio, wo wir den Rest des Tages verbrachten. Kurz wurden noch einige Varianten von Blitzleuchten (Studio und portabel) sowie Lichtformern vorgestellt, dann bereits die ersten Blitzauslöser  für die nächste Übung verteilt.

Jetzt ging es ans Eingemachte: Auf Peters Kommando hin verwandelte sich die erfahrenen Cherry zum Model-Newbie Julia. Jetzt galt es mit den richtigen Anweisungen Julia in Pose zu bekommen. Sie hatte offensichtlich einige Freude daran, uns anfangs zappeln zu lassen, gab dann aber immer nach einiger Zeit die entscheidenden Tipps, wenn wir mal nicht weiter wussten. Das war wirklich klasse, denn abgesehen vom Lerneffekt hat es richtig viel Spaß gemacht und zu einigen Lachern geführt.




Zwischendurch war immer mal wieder Zeit zum Fachsimpeln und Ausprobieren fremder Technik. Pixiac (alias Frank - seines Zeichens Chefe des Pentaxians Forums) hatte die neue K-1 dabei, mit der ich ein wenig herumspielen durfte. Geiles Teil, ich kann es nicht anders sagen. Sie liegt mir unheimlich gut in der Hand, ohne dabei signifikant größer als ein K-3 Modell mit APS-C Sensorformat zu sein. Ansetzen durfte ich meine beiden FA Limited Objektive (43mm, 77mm), die ich für das Model-Shooting eingepackt hatte. Besonders gespannt war ich auf das gedämpfte Geräusch des Autofokus-Stangenantriebs. Und ja, klingt ein wenig angenehmer als bei den älteren digitalen K Modellen, aber immer noch aufdringlicher als Objektive mit DC, SDM oder HSM Motoren (was zu erwarten war). Ich vermute, im nächsten Jahr bin ich fällig - oder es kommt noch ein ähnlich potentes Teil für das kleinere Sensor-Format.

Was auch im Vorfeld des Workshops bereits durchgesickert war: der Pentaxians-Forensponsor AC-Foto stellte uns den Mittelformat-Boliden PENTAX 645Z zur Verfügung - ein extrem beeindruckendes Stück Technik, allein schon wegen der Größe des Bodies und der Objektive. Mit dieser Kamera habe ich dann auch meine letztes Sequenz im Studio mit Julia absolviert, nachdem ich meine erste Scheu (oder Ehrfurcht) vor der 645Z beiseite schieben konnte.




Noch ein kleines Highlight zwischendurch, welches ich aber nicht unterschlagen möchte: Tom demonstrierte, wie allein unter Einsatz einer Blitzleuchte ein Motiv isoliert werden kann, indem der Hintergrund selbst bei Tageslicht komplett in Schwarz versinkt. Da waren die K-1 und die 645Z lohnende Ziele zur Demonstration. Ziemlich coole Technik, die ich bald mal zu Hause nachahmen möchte.



Zum Abschluss muss ich zunächst ein riesiges Lob los werden an unsere Coaches Tom und Peter, die auf lockere Art und Weise uns viele Tipps und Grundlagen vermitteln konnten. Schwerpunkt des Workshops war ja weniger die Technik (auch wenn diese nicht zu kurz kam), sondern mehr die Interaktion mit dem Model. Also wie leite ich an, worauf achten (Spannung, Haltung, Hände usw.), wie kommunizieren? Als Peter mit Sprüchen wie Schau mal sexy oder Komm', flirte mit der Kamera oder Schätzelein, ich bring dich janz groß raus! um die Ecke kam, waren ihm die Lacher sicher, aber jeder wusste auch wie es gemeint war. Im besten Falle sind solche Phrasen unfreiwillig komisch sind, aber eher noch disqualifizieren sie den Fotografen oder verschrecken das Model - helfen tun sie sicher nicht.

Dazu ein dickes Dankeschön an unser Model Julia alias Cherry van Green und ihrem zauberhaften Assistenten Bastian (die Visa), der stets zur rechten Zeit mit Pinsel, Make-Up und guter Laune bereit stand. Und Danke an Dietmar, der uns sehr gastfreundlich in seinem Studio aufgenommen hat. Hab ich noch jemanden vergessen? Natürlich! Herzlichen Dank an alle Pentaxians, die an dem Workshop teilgenommen haben. Ihr seid die Besten!

In Erinnerung bleiben wird ein Tag mit vielen netten Menschen und neuen Inspirationen. Model-Shooting wird jetzt sicher nicht meine neue Passion, das ist einfach nicht meine Welt. Aber ich werde sicher den ein oder anderen Tipp mitnehmen. Ich freue mich schon darauf, wenn ich meine Frau beim nächsten Portrait anleite: "Und Spannung aufbauen. Kopf hoch. Ein wenig nach vorne. Finger zusammen halten ... Spannung halten! Eins, zwei, drei." Klick. Wird sicher lustig ;-)

1 Kommentar:

  1. Herrlich, wie du das geschrieben hast! :)
    Du triffst mit dem Beitrag genau die Stimmung, die ich auch empfunden habe!
    Ein sehr lehrreicher aber auch lustiger Tag für mich!

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