Montag, 9. Januar 2017

Und Tschüss 2016!

Auf unbekannten Wegen ins neue Jahr!

Das abgelaufene Jahr war allgemein gesehen wahrlich kein gutes. Aus meiner privaten Sicht auf gesellschaftliche und (welt-) politische Ereignisse trauere ich 2016 nicht nach, leider fehlt auch der Optimismus für 2017. Mich erschreckt zutiefst, wie radikales, von Verachtung und stupidem Hass geprägtes Gedankengut gesellschaftsfähig geworden ist und Einzug in unsere Lebenswirklichkeit nimmt, egal wohin und wieweit ich schaue. Dieser Blog Post soll jetzt ganz sicher nicht politisch werden, aber wenn ich versuche meine Gedanken auf das vergangene Jahr zu richten, fällt es mir schwer, mich auf fotografische Themen zu konzentrieren. Ich probiere es jetzt dennoch.

OK. Neuer Anlauf für den Jahresrückblick, den ich ja auf diesem Blog traditionell jedes Jahr abhalte. Eine Art Retrospektive, bei dem ich in alten Blog Beiträgen zurückschaue. 2016 war das Jahr, in dem ich wieder in die Ausrüstung investieren wollte, nachdem ich mir 2015 einen Konsumstopp für PENTAX Hardware verhängt hatte. Und so geschah es bereits zwei Tage nach Neujahr, dass ein Sigma 30mm Art gebraucht angeschafft wurde. Die Linse brachte mich schnell an meine Grenzen, aber ich überlebte das Abenteuer der Phasen-Autofokus Korrektur.

Lichtstarkes Sigma 30mm Art - Abenteuer Autofokus bei Offenblende 

Über das Jahr sollten noch einige Linsen mit K-Mount kommen und (bis auf zwei) auch wieder gehen, darunter mal wieder ein DA 15 mm Limited, dem ich jetzt aber endgültig entsagt habe. Ich habe einfach nicht über die Randschwäche hinwegblicken können, dazu noch eine Dezentrierung, die der Pentax Service nicht wirklich reparieren konnte.
Ungleiches Paar:  Samyang 14mm vs. DA 15mm Limited

Ich weiß, es gibt viele Anhänger dieser Optik, die dann gerne zu dem Thema Randschärfe anführen, dass bei der Fokussierung die Bildfeldwölbung berücksichtigt werden muss, und auf manuelles Scharfstellen bzw. den Kontrast-AF verweisen. Darauf hatte ich keine Lust mehr, immer der Zweifel, ob es vielleicht besser gehen könnte. Das DA 15mm ist für mich das beste Beispiel für ein Objektiv, das ich wirklich, wirklich (lieb-) haben wollte (allein die Blendensterne sind ein Traum), es aber in der Realität dann doch nicht konnte. Dazu sei gesagt, dass ich mich über die Jahre an mehreren Exemplaren abgearbeitet habe. Sollen andere damit glücklich werden, ich bin für Superweitwinkel auf das manuelle Samyang 14mm umgestiegen, welches auch das Kleinbild Sensorformat ausleuchtet. Kompakt ist natürlich was anderes.

DA15 Limited - Stark abgeblendet und Fokus auf den Bildrand 
Richtig angewandt lieferte auch mein letztes Exemplar ausreichende (nicht gute) Randschärfe

Es gab kurze Kamera-Intermezzi mit einer Ricoh GR und einer Olympus PEN E-PL7, nicht wirklich ernst gemeint, sondern der Neugier geschuldet. Meine kleine Schwarze fürs leichte Gepäck, die Olympus OMD EM-10, wurde durch den Nachfolger Mark II ausgetauscht, dazu noch die MFT Festbrennweiten auf zwei Objektive reduziert wie ein Jahr zuvor bereits angedacht. Richtig ernst wurde es zum Jahresende, als ich in meinem Fotoschrank Platz schaffen wollte und wirklich viel Hardware verkauft habe, darunter meine verehrter K-01 mit dem 40er XS Pancake und weitere K Linsen. Warum sollte sich gleich klären ...
Knuffig - den K-01 Ziegelstein muss man einfach liebhaben 

Das Jahr 2016 brachte für viele Anhänger der Marke PENTAX endlich die Erlösung: Ricoh veröffentlichte mit der K-1 die lang ersehnte DSLR mit einem Sensor in Kleinbild-Größe. Erste Exemplare inklusive ihrer glücklichen Besitzer durfte ich auf dem jährlichen Pentaxians Treffen in Trier sichten. Die K-1 dominierte dann ab Jahresmitte auch meinen Blog. Nachdem ich mir zur K-1 anfangs nur ein paar theoretische Gedanken machten durfte, hatte ich das große Glück, dass Ricoh mir zu den Sommerferien ein Exemplar zum Testen zur Verfügung stellte.

Es folgten einige Beiträge, in denen ich mich mit verschiedenen Aspekten der Kamera wie ihrer (High)-ISO Fähigkeiten und den Möglichkeiten der Pixel Shift Resolution auseinandergesetzt habe. Letzterer Beitrag war sicher der aufwendigste, den ich in diesem Jahr (oder jemals?) geschrieben habe. Die Trennung von der K-1 war nicht einfach, mein persönliches Fazit fiel durchaus wohlwollend aus, und so ließ mich die Kamera bis Jahresende gedanklich nicht mehr los.

An der K-1 erblühen die FA Limited Schätzchen wie das FA43 auf 
Lecker und bekömmlich: das neue DFA 28-105mm 
Das DA* 200mm ist trotz fehlendem "F" im Namen uneingeschränkt am großen Sensor verwendbar
Die K-1 ist wie geschaffen für die Landschafts- und  Nachtfotografie

Nach den Ferien ist vor den Ferien. Und so konnte ich im Herbst für einen Urlaub in Vorarlberg mit der K-70 erneut eine Testkamera bei Ricoh abgreifen. Die Kamera ist meiner Meinung nach im PENTAX Programm der Preis-Leistungs-Sieger, auch wenn ich das semi-professionelle Gehäuse eines K-5 oder K-3 Modells immer noch vorziehe. Dafür bietet sie ein bewegliches Display, eingebautes WLAN, sowie die Pixel-Shift Resolution aus der K-1 und K-3II. Dazu ist sie natürlich ein gutes Stück kompakter und leichter als ihre älteren Schwestern.

Die K-70 ist der verbesserte Nachfolger von K-S2 und K-50 - inklusive Pixel Shift und WLAN
Wintereinbruch im Herbst - keine Sorgen um die Ausrüstung dank WR
Mit PENTAX  den Durchblick ;)

Neben der ganzen Testerei dieses Jahr gab es leider nur wenig Zeit (und auch Lust) an neuen Fotoprojekten. Ein Highlight im Frühjahr war sicher der im Pentaxians Forum organisierte Model-Shooting Workshop. Dieser sowie das jährliche Usertreffen der Pentaxians waren die richtigen Gelegenheiten, sich wieder einmal mit bekannten Mitstreitern aus dem Forum zu treffen und gemeinsam viel Spaß zu haben. Das Usertreffen ist für 2017 wieder fest eingeplant, wenn auch das Ziel noch nicht feststeht.

Für mich Neuland: Model-Shooting

Ein anderer roter Faden durch das Jahr waren einige Foto-Ausflüge mit Kollegen aus meinen Arbeitsumfeld, darunter zum Landschaftspark Duisburg, Köln oder nach Koblenz. Dabei ging es immer um Fotografie bei wenig Licht bzw. in der Nacht, ein Sujet welches mir neben der Langzeitbelichtung am Tag sehr ans Herz gewachsen ist.

Noch einmal zurück zur K-1. Ich hatte es bereits geschrieben, sie hatte mich gepackt. Zumal im Schrank bereits ausreichend Kleinbild-kompatibles Glas vorhanden war. Dazu war die Erinnerung an den Spaß im Sommer mit der K-1 immer noch so präsent, dass ich vor Weihnachten dann zugeschlagen habe. Ich bin davon überzeugt, dass ich nun keine großartig anderen Bilder machen werde, aber die Möglichkeiten sind wieder ein wenig vielfältiger. Und wie ein kluger Mensch mal gesagt hat: neue Objektive bringen wohl mehr Bildqualität, eine neue Kamera aber mehr Spaß.

Auf dem Gabenteller zu Weihnachten: die K-1 mit DFA 28-105mm Objektiv

Die K-5IIs bleibt definitiv als Backup, sie ist für den zu erwartenden Verkaufspreis einfach zu gut, dabei noch wesentlich leichter und kompakter als die K-1. Bei Verwendung von APS-C Linsen bringt sie eine vergleichbare Bildqualität, dazu ist sie in der Bildfolge schneller. Auch bleiben mit dem Fisheye Zoom (hier an der K-70 in Vorarlberg) und den DA 21mm und 35mm Limited Linsen noch einige gute APS-C Linsen im Bestand, von denen ich mich nicht trennen mochte.

Aus dem Kauf der K-1 ergeben sich direkt die Vorhaben für das neue Jahr 2017. Es stehen einige Urlaube an, für die ich mir den Kauf der K-1 auch schön geredet habe. Das Ganze führt nun zum Vorsatz, die vorhandenen Objektive mit der neuen Kamera richtig kennen zu lernen. Neue Objektive werden nicht angeschafft, d.h. wie bereits 2015 wird es keine neue Anschaffungen geben. Das selbst auferlegte Hobby-Budget für den Familienvater ist durch die K-1 Anschaffung eh auf Jahre ausgeschöpft.

Meine aktuelle PENTAX K Sammlung. Mit Einzug der K-1 wurde im Vergleich
zum Vorjahr einiges verändert, vieles verkauft.  

Neben PENTAX ist meine Olympus Ausrüstung feste Konstante meines fotografischen Schaffens. Was Olympus dabei wesentlich besser kann als PENTAX ist Marketing, wie ich mich auf der Photokina und dem Perspective Playground in Köln mal wieder überzeugen konnte. Das MFT System bleibt für mich die ideale Lösung, wenn unbeschwertes Fotografieren angesagt ist. Also zumeist unterwegs mit der Familie, wenn Fotografieren als Hobby nicht im Vordergrund steht. Dazu kann die Olympus aufgrund des intelligenten Autofokus (Gesichtserkennung, Fokus auf die Augen) auch sehr erfolgreich von meinen Kindern eingesetzt werden.

Der Nachwuchs hat Spaß an der kompakten Olympus 

Was nun die K-1 Neuanschaffung und damit verbundene Konsumverzicht in 2017 für den Blog bedeutet, wird sich zeigen. Die letzten Jahre machten die Beiträge zur irgendwelchen Tests von an- und verkaufter Hardware einen beachtlichen Anteil aus. Dazu kamen aber auch immer wieder Tests von Kameras, die mir Ricoh zur Ansicht zugeschickt wurden. Ich hoffe, dass der Kontakt nach Hamburg auch 2017 aufrecht erhalten werden kann und da Nachschub kommt. Die Vorzeichen sehen gut aus, bereits zur CP+ im Frühjahr in Japan könnte es losgehen. Davon unbenommen wünsche ich unserer Lieblingsmarke ein erfolgreiches neues Jahr! Und uns allen mehr Gelassenheit und Frieden.



1 Kommentar:

  1. Schön beschrieben hast Du das. Und ich hoffe, Dir gehen die Themen nicht aus. Das schöne ist doch: wenn das Nachdenken über neue Technik Pause hat, ist eigentlich Zeit für das Wichtigste. Unser Hobby besteht ja aus beidem. Der Freude an der Fototechnik und der Freude an der Fotografie;-)

    Lieben Gruß und alles Gute für 2017: Steff

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