Dienstag, 13. Januar 2015

Mein Jahresrückblick 2014

Schon zwei Wochen im neuen Jahr herum? Da wird es wieder Zeit für den obligatorischen Jahresrückblick. Was habe ich von den Vorhaben im letzten Jahresrückblick umgesetzt? Und vor allem: was nicht? Und wie läuft es so mit dem Blog? Wie soll es weitergehen? Fragen über Fragen. Mal sehen, welche Antworten ich mir gleich so zusammenschreibe ...

Ein Highlight 2014: Nachtfotografie

Zunächst zitiere ich aus dem letzten Jahresrückblick (und zugleich aus dem vorletzen, was schon mal nicht Gutes verheißt): 'Ich hoffe, dass ich meinen Objektiv-Konsum nun besser unter Kontrolle habe und im Hobby mehr fotografiere, als mich bei eBay zu tummeln.' Oh weh. Das ging richtig schief.
Ja, das ging erneut so richtig richtig schief. Nicht so schlimm wie 2013, aber doch anders als vor zwölf Monaten vorgenommen. Mir ist klar, für den ein oder anderen gut betuchten Hobbyisten, der ohne mit der Wimper zu zucken für eine Zeiss-Optik gerne einen hohen vierstelligen Betrag hinblättert, mögen meine Ankauf-Verkauf-Aktivitäten und damit verbundenen Geldflüße geradezu lachhaft erscheinen. Aber für mich als durchschnittlichen Familienvater mit begrenzter Budgetverantwortung sieht das doch anders aus, da nagt schon das schlechte Gewissen. Alles ist halt subjektiv und relativ.

Meine Linsenkaufsucht (unter Pentax-Liebhabern bekannt als LBA) für das abgelaufene Jahr begann so richtig im Frühjahr mit dem DA 15mm Limited. Mit diesem Objektiv erfüllte ich mir den Wunsch zur Komplettierung der DA Limiteds, wobei ich nicht ganz so glücklich mit meinem Exemplar war und es im Juni noch einmal bzw. zweimal versuchte - erneut ohne Erfolg. Der Zugang zum 15er blieb mir vorerst verwehrt und wird verschoben. Von der Gehäuse-Qualität gefiel es mir von allen DA Limiteds am Besten, aber optisch hat es mich enttäuscht (was mir sonst bei keinem anderen Limited passiert ist).

Regensburg gesehen mit dem DA15 beim Pentaxians Jahrestreffen
Sieht doch gut aus, was hab ich eigentlich an der Linse auszusetzen?

Kurz vor dem Sommer-Urlaub ersteigerte ich im Affekt (und als Trostspender zum wieder verkauften 15er) ein Sternchen: das DA*200. Eine Tele-Festbrennweite hatte mich in der Vergangenheit nie so recht interessiert. Aber als ich es dann an der Kamera hatte, begeisterte es mich sofort durch seine plastische Darstellung und Möglichkeiten zur Freistellung mit 2,8 Offenblende.

Meine Objektiv-Entdeckung des Jahres: die Welt des Teles mit dem DA* 200
DA* 200 bei Offenblende 2.8 bereits schön scharf

Zwischen dem Sternchen-Tele und dem Limited-Weitwinkel hatte sich noch der Plastik-Fantastik-Billigheimer DA 50mm F1.8 geschlichen, wofür das FA 50mm F1.4 weichen musste, meine bis dato dienstälteste Festbrennweite. Zum DA 50 muss ich sagen, das dieses Objektiv wirklich DER Tipp für jeden PENTAX-DSLR-Fotografen ist, der ohne tief die Kasse greifen zu müssen, in die Welt der lichtstarken Festbrennweiten eintreten möchte. Ab dann gibt es aber kein zurück mehr, freistellen macht Spaß!

DA 50mm F1.8: Portrait-Linse zum Schnäppchenpreis
FA 50mm F1.4: Noch ein wenig lichtstärker, aber auch dreimal so teuer wie der DA 50 Konkurrent

Im Sommerurlaub ereilte mich dann erneut der Ruf nach einem besseren Standard-Zoom (wie für das Jahr geplant). Eigentlich wollte ich auf das DA 16-85mm warten, aber das war immer noch nicht angekündigt und ich mochte nicht mehr daran glauben. Nach spontaner Abgabe eines Gebots bei einer eBay Auktion erhielt ich unverhofft den Zuschlag für ein DA* 16-50mm zu einem Top-Preis. Das Sternchen-Zoom hatte ich schon einmal vor zwei Jahren ausgiebig getestet und für zu groß und schwer für meine Art der Fotografie empfunden. Diesmal gefiel es mir schon viel besser und durfte mit in die Herbstferien nach Vorarlberg in Österreich. Danach musste es aber doch wieder weichen ... es war mir immer noch einen Ticken zu groß und zu schwer, aber die Bildqualität stimmte diesmal, so dass ich heute nicht sicher bin, ob dieser Verkauf wirklich klug war. Leider hatte ich auch für das Sternchen mein bisheriges Standard-Zoom 18-135mm abgegeben.

DA* 16-50: Auch 2014 mir noch ein wenig zu groß und schwer als "Immerdrauf"

Das Budget aus dem Sternchen-Erlös war nun frei für ... ja, für was eigentlich? Ich erinnere mich nicht mehr genau, wie es über mich gekommen ist (wahrscheinlich im Pentaxians Forum angefixt), aber ich habe mich dann plötzlich in die FA Limiteds verguckt. Das FA 43mm konnte ich von einem Foren-Kollegen günstig erwerben und es war erneut um mich geschehen. Endlich wieder eine FA Optik, dazu noch ein besonders schönes Limited. Von der Verarbeitung, Haptik und Anmutung wirklich ein Traum, die nur noch von einer Linse getoppt werden kann, nämlich der Greatest PENTAX Lens Of All Time (FA 77mm Limited). Diese Linse gab es dann auch noch zum Weihnachtsfest, und wieder mit viel Glück zu einem super Preis in der Bucht ersteigert, so dass das schlechte Gewissen zumindest dadurch beruhigt werden kann, dass ich bei einem eventuellen Wiederverkauf der Limiteds wohl ein Plus machen werde. Für diese Objektive ließ ich das DA 50mm und auch zwei DA Limiteds, nämlich das 35er Macro und das 70er, wieder ziehen.

Den Feenstaub des FA 43 Limited kann man gut in den Augen meiner Tochter erkennen
Für die FA Limiteds musste unter anderem das DA 70 Limited - schweren Herzens - gehen

Die ständige Suche nach einem Standard-Zoom als Immerdrauf für Ausflüge mit der Familie habe ich jetzt beendet, in dem ich dann doch noch einmal das DA 18-135mm aus UK bezogen habe. Zwar ist mittlerweile endlich das lang erwartete DA 16-85mm lieferbar, aber es ist noch zu teuer (deutlich teurer als ein gebrauchtes DA* 16-50) und bisher ohne belastbare Erfahrungsberichte. Zumal ist es kaum leichter und kleiner als das Sternchen-Zoom.

Meine aktuelles Portfolio - im direkten Vergleich zum Vorjahr sind nur wenige (2?) Objektive die selben geblieben

Ehrlich, das Kaufen und Verkaufen macht schon Spaß, aber so kann und darf es wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich (einmal pro Objektiv) nicht weitergehen. Und daher habe ich noch schnell vor Jahreswechsel das DA 35mm Limited wieder besorgt, um nicht ohne Makro dazustehen, und noch ein altes FA 28-70 für die K10D als Zoom. Und nun rufe ich 2015 als das Jahr aus, in dem ich KEIN OBJEKTIV KAUFEN WERDE. Damit durchbreche ich auch für ein Jahr die zwanghafte Suche nach einem Standard-Zoom und entsage dem DA 16-85mm. Wahrscheinlich wird es 2016 eh wieder das Sternchen-Zoom ...

Aber genug nun vom Kaufrausch der vergangenen Monate (Was schreibe ich nur nächstes Jahr im Rückblick?). Da musste es doch noch mehr gegeben haben? Ach ja, ich hatte eine Q7 gekauft, dafür meine geliebte Q verkauft. Oh weh, schon wieder Konsum. Die Q7 hat mich gerade im Sommer und Herbst sehr oft begleitet. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob sie das getan hat, weil ich sie immer noch so toll finde, oder weil ich sie halt gekauft habe und die Ausgabe vor mir rechtfertigen muss. Aber mir gefällt am Q-System immer noch dieses Gefühls der Exklusivität, selbst unter anderen PENTAX Fotografen. Das und die tolle Bedienung lässt mich immer noch über die zwar gegenüber der Ur-Q verbesserte, aber immer noch eingeschränkte Bildqualität hinwegsehen.

Die Q7 kann auch ein wenig Bokeh ...
... besonders mit dem lichstarken 06 Tele-Zoom ... 
... oder dem 01 Prime. Nah dran ist Pflicht.

Auch wenn das obige Foto mich scheinbar Lügen straft, am meisten fehlen mir an der Q7 die Möglichkeiten zum Spiel mit der (Un-) Schärfe. In letzter Zeit ertappe ich mich dabei, die Q7 immer öfters zu Gunsten der K-01 mit zwei kleinen Festbrennweiten zu Hause zu lassen. K-01 und FA 43, das ist schon ein traumhaftes Gespann!

Einfach nur schön: K-01 mit FA 43 Limited
Und was ist fotografisch hängengeblieben? Ich wollte mich doch mehr aufs Fotografieren konzentrieren, statt um die technische Ausrüstung. Wie eben beschrieben hat das ja nicht so gut geklappt. Beim eigentlichen Fotografieren habe ich mir nichts neues erschlossen, sondern wie bisher hauptsächlich im Urlaub fotografiert oder den Alltag mit der Familie festgehalten. Haftengeblieben ist mir dabei die ein oder andere Nachtfotografie-Session wie meinen nächtlich Streifzug mit dem 21er durch Brügge,

Nachtfotografie in Brügge mit dem 21er
Blick auf Shoppernau im Vorarlberg mit dem Fisheye
Großes Walsertal bei Marul mit dem Sternchen-Zoom DA* 16-50 
Landgut Le Bosquet in Südfrankreich in 21mm

Treu geblieben bin ich dem Pentaxians Forum, auch wenn ich den 52er (nach einem fulminanten Start im Januar) leider komplett links liegengelassen habe. Und er fehlt mir, denn die wöchentlichen fotografischen Herausforderungen waren in der Vergangenheit oft Antrieb, etwas neues auszuprobieren und einfach "raus" zu kommen. Ein besonderes Foren-Highlight war sicher erneut das Pentaxians Jahrestreffen, diesmal in Regensburg.

"Erster" beim Pentaxians 52er
Besuch in Regensburg zum Pentaxians Jahrestreffen 2014
Echte Pentaxians beim Regensburger Usertreffen 2014

Wenn ich heute im Rückblick die Posts des Vorjahres überfliege, bin ich doch recht zufrieden. Der Blog ist für mich so eine Art öffentliches Tagebuch zum Fotohobby. Das Schreiben und die Auswahl der Fotos machen mir Spaß. Auch bilde ich mir ein, dass ich mit manchem Post dem Netz etwas zurückgeben kann. Das klingt vielleicht ein wenig pathetisch, aber der ein oder andere (auch ältere) Artikel wird immer wieder abgerufen, nicht nur von Suchmaschinen-Bots ;-). Habe ich mich noch im November vor einem Jahr über den 10.000 Seitenaufruf gefreut, sind nun fast 30.000 erreicht.

Und was waren meine persönlichen Blog-Highlights 2014? Spontan fällt mir der Vergleich zwischen DA 15 und DA 10-17 Fisheye ein, der mir eine Herzensangelegenheit war, weil ich das Fisheye so cool finde. Viel Freude hatte ich auch bei der Gegenüberstellung der PENTAX Q7 und MX-1. Uups - die MX-1 hatte ich vorhin in meiner Konsum-Beichte vergessen.
Immer wieder begeisternd: das vielseitige DA 10-17 Fisheye

Die Q7 im Monitor-Visier der MX.1 - beide auf ihre Art einzigartig

Stolz bin ich auf meinen zeitnahen Artikel zum Besuch der Photokina 2014, für meine Verhältnisse ein richtig langer Beitrag. Der aus dem Besuch resultierende Kurztest zur Sony Alpha 6000 ist übrigens der Artikel aus 2014, der am meisten abgerufen wurde. Traurig (da eben nicht PENTAX spezifisch), aber wahr und eigentlich auch nicht überraschend. Ein emotionaler Höhepunkt war der Blick auf eine Minolta Dimage, den ich mir im letzten Jahresrückblick verordnet hatte.

Besuch auf der Photokina 2014
Kurze Attacke auf mein PENTAX System - Sony Alpha 6000
Eine Herzensangelegenheit: das Minolta Dimage System

Vorhaben für 2015? Ich habe ja schon einiges angedeutet. Zumindest dem 52er möchte ich wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Und dann steht Verzicht im Vordergrund, also keine neuen Objektive mehr. Ob das bedeutet, dass der Blog auch weniger gefüttert wird (viele Artikel schreibe ich stets in Begeisterung einer neuen Anschaffung), kann ich heute noch nicht sagen. Vielleicht wird es auch umgekehrt sein, weil ich mehr fotografieren gehe und dann hier zeigen möchte.

Zum Jahreswechsel könnte dann vielleicht ein neues Gehäuse anstehen, aber geplant ist da noch nichts. Allerdings stimmen mich die aktuellen Ankündigungen über eine neue (noch namenlose) Einsteiger-DSLR mit Klapp-Display und eingebauten Wifi sehr positiv. Das wird sicher für PENTAX ein spannendes Jahr. Eventuell kommt noch ein Nachfolger der K-3, da wäre ich dann wieder versucht ... Euch allen ein gesundes und glückliches Jahr 2015.


Der best vorstellbare Jahresabschluss (Selfie mit K01) 

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