Montag, 23. Juli 2018

[NMZ] Nachschlag aus Brügge

Sonnenaufgang in Brügge

Ergänzend zum Objektivtest des Sigma 70-300mm APO möchte ich heute noch ein paar Fotos aus Brügge nachschieben, die auf einer Fototour an einem frühen Morgen im Mai entstanden sind ... natürlich alle mit der K-1. Ich bleibe dabei: das Objektiv kann was.



Sonntag, 22. Juli 2018

[Objektiv gesehen] Sigma 70-300mm f/4-5,6 APO DG Macro - Telezoom fürs kleine Budget (Teil 2)

Sigma 70-300mm APO - ernsthafte Alternative für die K-1?

Im Mai begann meine Suche nach einem günstigen Telezoom für meine K-1. Ein aktuelles Modell kommt für mich aufgrund des finanziellen Aufwands und des eher selten zu erwartenden Einsatzes nicht in Frage, und so hatte ich mir im Mai ein älteres PENTAX FA 100-300mm F4,7-5,8 aus analogen Zeiten angeschafft. Ganz zufrieden war ich nicht, und so habe ich einige Wochen später zum Vergleich noch ein Sigma 70-300mm APO DG gebraucht gekauft. Erste Bilder hatte ich bereits mit meinen letzten Blog Beiträgen über die Galloprennbahn Weidenpesch sowie den Landschaftspark Duisburg gezeigt. Jetzt kommt der 'richtige' Test.

Das Sigma 70-300mm werden viele PENTAX User kennen, da es mit all seinen Varianten über Jahre gerne als günstigere Alternative zum PENTAX DA 55-300mm genommen wurde. Pentaxforums listet sechs verschiedene Varianten, meins hier ist das APO mit dem roten Ring. Als DG Objektiv leuchtet das Sigma den vollen Bildkreis des Kleinbildformats aus. Um so erstaunter war ich, dass ich im Netz so gut wie keine Infos darüber gefunden habe, wie gut das Objektiv an der Pentax K-1 abbildet. Liegt es daran, dass die Linse einfach zu "billig" ist, als dass sie an der Vollformat-Pentax akzeptable Bildqualität abliefern darf? Bei Pentaxforums datiert der letzte Test von Juli 2016, und es gibt keine Bewertung an einer K-1.

Skulpturen an der Strandpromenade von De Haan I (1/400s | f/5,6 | ISO 100 | 150mm | K-1) 
Skulpturen an der Strandpromenade von De Haan II  (1/1000s | f/5,6 | ISO 100 | 100mm | K-1) 
Skulpturen an der Strandpromenade von De Haan III  (1/250s | f/5,6 | ISO 100 | 120mm | K-1) 

Das Sigma 70-300mm APO ist gebraucht für deutlich unter hundert Euro zu bekommen, ich habe für ein gut gepflegtes Exemplar vom Händler nur 60 EUR zahlen müssen. Ein Händler mit Rückabwicklung war mir recht, da insbesondere die älteren Sigma Linsen einen Ruf haben, in Sachen Abbildungsqualität in der Serie zu streuen - was ich auch selbst in meinen wilden Objektiv-Ankauf-Verkauf-Zeiten mehrmals erfahren durfte (nicht nur mit Sigma, sondern mit allen Herstellern). Soviel vorab: ich hatte diesmal richtig Glück mit meinem Exemplar.

Das Gehäuse besteht aus einem sehr angenehmen, leicht angerauten Kunststoff. Die Farbe ist nicht ganz schwarz, sondern eher ein dunkles anthrazit. Mit dabei ist eine Gegenlichtblende, deren Materialanmutung aber weniger erfreut. Der Objektiv-Anschluss dagegen ist aus soliden Metall gefertigt. Zoom- und Fokus-Ringe sind breit ausgelegt und gummiert. Die Verstellung des Zooms hat für mich genau den richtigen Widerstand, ein versehentliches Ausfahren aufgrund der Schwerkraft (Zoom Creep) kann ausgeschlossen werden.

Griffige Gummierung und angenehmer Lauf von Zoom- und Fokus-Ring

Als ältere Linse, die auch an analogen Spiegelreflexmodellen mit PK Anschluss angesetzt werden kann, gibt es einen echten Blendenring mit A(utomatik) Stellung, so dass die Blende komplett über die Kamera gesteuert werden kann. Es gibt einen Schalter zur Aktivierung einer Makro Funktion, dazu aber später mehr.

Das Herauszoomen verlängert das Objektiv um etwa ein Drittel. Das Objektiv verjüngt sich vom Zoom-Ring, über den Fokus-Ring bis hin zum ausgefahrenen inneren Tubus. Dies sieht für meinen Geschmack etwas seltsam aus, kenne ich aber auch so von anderen Linsen in diesem Preis- und Brennweitensegment. Im Vergleich zum Pentax FA 100-300mm f/4,7-5,8 wirkt das Sigma etwas bulliger und breiter, von der Länge her sind sie aber gleich.

Schönheitspreise wird die Kombi aus K-1 und ausgefahrenem Sigma-Zoom
plus Gegenlichtblende nicht gewinnen
Sigma 70-300mm vs PENTAX FA 100-300mm im direkten Vergleich

Nach all den Äußerlichkeiten komme ich nun zu den inneren Werten. Das Objektiv bringt keinen eigenen Motorantrieb für die Fokussierung mit, dennoch ist die Verstellung relativ zügig und sicher und für meinen Geschmack auch nicht zu laut. Sicher hätte ich mich auch über einen Sigma HSM Ultraschallmotor gefreut, gibt es hier aber nicht. Der Fokus trifft zumeist akkurat, zumindest wenn der Phasen-Autofokus genutzt wird. Beim Kontrast-AF über Live View gibt es mehr Probleme, besonders in der Makro-Stellung. Hier durchläuft die Kamera auch gerne mal den gesamten Stellweg im Schneckentempo, was durchaus mehrere Sekunden dauert.

Der Autofokus ist ausreichend schnell und treffsicher, aber keine Sportskanone (1/1600s | f/6,3 | ISO 1250 | 300mm | K-1) 
Für Schnappschüsse am Strand immer zu haben  (1/640s | f/5,0 | ISO 100 | 70mm | K-1) 
Gut lachen - ein Foto aus dem Archiv. Das Sigma-Zoom hatte ich vor vielen Jahren schon
einmal gekauft und an der K-5 im Einsatz (1/320s | f/5,6 | ISO 500 | 240mm | K-5) 

Die echte positive Überraschung ist für mich die Abbildungsleistung. Mit der bin ich sehr zufrieden, deutlich besser als mit meinem alten FA Zoom.  Ich scheine ein wirklich gutes Exemplar des Sigma APO Zooms erwischt zu haben, das selbst an dem langen Brennweitem jenseits von 200mm im Zentrum ansprechend subjektiv scharfe (wenn auch ein wenig im Kontrast abfallende) Fotos produzieren kann ohne übertriebenen Randabfall. Natürlich hilft bereits leichtes Abblenden für eine weitere Steigerung, aber das gilt im Grund für jedes Objektiv. Auf jeden Fall habe ich beim Sigma keine Angst vor Nutzung der Offenblende.

Die APO Variante macht den Unterschied
Sehr erfreulich: ich konnte keine Fotos mit auffälligen Farbfehlern finden. Selbst bei Aufnahmen von Geäst im grellen Sonnenschein waren keine lilafarbenen oder grüne Farbsäume an kontrastreichen Übergängen auszumachen. Hier scheint die apochromatischen Korrektur in der APO Version der Linse wirklich ganze Arbeit zu leisten, das habe ich bei vielen Linsen schon anders gesehen.

Climbing im Landschaftspark Duisburg  (1/200s | f/7,1 | ISO 200 | 120mm | K-1) 
Einsames Beck's und butterweiches Bokeh  (1/1000s | f/7,1 | ISO 100 | 300mm | K-1) 
Vor dem Landesarchiv NRW am Duisburger Innenhafen (1/1000s | f/7,1 | ISO 100 | 300mm | K-1) 

Wie oben erwähnt leuchtet das Sigma Objektiv das komplette Kleinbild-Format aus, und ist somit mit der PENTAX K-1 ohne Einschränkung nutzbar. Bei Offenblende gibt es zwar eine deutliche Vignette, die aber in Lightroom über die Profilkorrektur herausgerechnet werden kann. Das Sigma wird übrigens in Lightroom nur als 'Sigma Lens' ohne weitere Spezifizierung erkannt. Grund dafür ist, dass Sigma beim K-Bajonett von Pentax für verschiedene Objektive die gleiche Lens ID verwendet. Das hat zur Konsequenz, dass in Lightroom das Objektivprofil für die Korrektur immer manuell ausgewählt werden muss. Hier hilft dann das Erstellen einer neuen Lightroom Vorgabe, bei der Eben nur der Punkt Objektivprofilkorrekturen aktiviert wird.

Der Macro Schalter bewegt sich erst
ab 200mm Brennweite
Eine Besonderheit des Sigma 70-300mm ist der pfiffige Makro Modus. Dieser ist im Brennweitenbereich zwischen 200 und 300mm über einen Schalter zuschaltbar. Dadurch wird dann der Fokusweg nach unten erweitert, bis zu einer Naheinstellung runter auf 95cm. Bei 300mm Brennweite entspricht das dann einem Abbildungsmaßstab von 1:2, wodurch sich das Objektiv den Namenszusatz Macro zu recht verdient. Der Stellweg ist meiner Meinung nach dennoch ein wenig zu kurz, um im Nahbereich feinfühlig manuell fokussieren zu können.

Zu bedenken ist auch, dass die Schärfentiefe bei solch hohen Brennweiten jenseits von 200mm (und dazu noch beim großen Sensor-Format) extrem gering ist. Wer mehr will, muss also deutlich abblenden. Nur leider musste ich bei meinem Exemplar feststellen, dass die Detailauflösung im Makro-Modus bei Offenblende am höchsten erscheint, und mit zunehmender Blendenzahl dann abnimmt. Somit geht der Gewinn an Schärfentiefe leider auf Kosten des subjektiven Schärfeeindrucks.

Etwas hakelig ist übrigens die Rückkehr zum normalen Modus, weil dann zunächst (manuell) eine Entfernung über 1,5m eingestellt werden muss, bevor der Schalter wieder umschaltbar ist. Dennoch erweitert der Makro Modus ganz klar die gestalterischen Möglichkeiten.

Erdbeeren mit Schlag als Freihand-Makro (1/200s | f/8,0 | ISO 6400 | 190mm | K-1)
Makro unter kontrollierten Bedingungen von Stativ (0,5s | f/9,0 | ISO 100 | 260mm | K-1)
Altes Schätzchen A 20mm - näher geht es nicht (0,3s | f/5,6 | ISO 100 | 300mm | K-1) 
Das überrascht: mit zunehmender Blendenzahl sinkt die Gesamtschärfe in der Makro-Stellung sofort

Mein Fazit fällt insgesamt sehr positiv aus. Aufgrund der guten optischen Eigenschaften und dem geringen Preis auf dem Gebrauchtmarkt gibt es eigentlich nur wenige Gründe, die gegen das Sigma 70-300mm APO DG sprechen. Und wahrscheinlich ist der geringe Preis sogar das größte Problem, denn wer möchte schon eine Linse um die 60 EUR an einer Vollformat-Kamera ernst nehmen?

Mich überzeugen die Bildergebnisse der alten Sigma Linse. Schärfeeindruck, Kontrast, Farben, Bokeh - alles stimmt für mich. Damit habe ich mein Budget-Tele für die K-1 gefunden. Ich denke, dass ich mit meinem Exemplar auch richtig Glück gehabt habe und kann nur ermutigen, es mit diesem Glas auch an einer K-1 einmal zu probieren. Für unkomplizierte Schnappschüsse, bei denen die flexible Tele-Brennweite eine echte Hilfe sein kann, ist das Sigma definitiv eine Alternative!

Offenblende ohne Vorbehalt, die Schärfe stimmt auf den Punkt (1/500s | f/4,5 | ISO 100 | 210mm | K-1)
Das Sigma 70-300mm APO stellt mich vollkommen zufrieden (1/640s | f/5,6 | ISO 100 | 150mm | K-1)

Sonntag, 17. Juni 2018

[NMZ] Mal wieder LaPaDu

Immer wieder neue Perspektiven entdecken: Landschaftspark Duisburg-Nord

Aller guten Dinge sind ... vier? In der Vergangenheit hatte ich bereits drei mal dem Landschaftspark  Duisburg hier im Blog jeweils einen Beitrag gegönnt. Letztes Wochenende habe ich dem Park mit seinem einzigartigen Industriecharme im Rahmen des jährlichen Pentaxians Usertreffens erneut einen Besuch abgestattet.

Der Park war gut besucht, da zeitgleich die Photo+Adventure Messe dort stattgefunden hat. Um den Menschenmassen fotografisch ein wenig zu entkommen, habe ich mich diesmal beim Fotografieren hauptsächlich auf Details und für mich neue Blicke konzentriert. Ich bin Realist und ziemlich sicher, dass es nichts gibt, was nicht im LaPaDu bereits von jemandem abgelichtet worden wäre. Aber eben nicht von mir. Mein Blog, meine Bilder ...











Montag, 14. Mai 2018

[NMZ] A Day at the Races

Galopprennen auf der traditionsreichen Rennbahn in Weidenpesch

Anfang Mai haben wir mit den Kinder die Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch besucht. Der traditionsreiche Ort ist ein schöner Tipp für einen sonntäglichen Ausflug der etwas anderen Art. Die Tageskarte für die Familie kostet erschwingliche 18 EUR, damit weniger als der Eintritt für eine Person in den Kölner Zoo. Und der Eintritt kann natürlich durch die richtig platzierte Wette wieder zurückgewonnen werden. Wir haben unser Glück versucht, jeder durfte einen Euro auf das Pferd seiner Wahl für den Sieg setzen. Und tatsächlich konnte einer unserer Söhne den gesamten Einsatz wieder refinanzieren. Allerdings nicht den Eintritt, so sehr wollten wir unser Glück dann doch nicht herausfordern.

Ich möchte mit diesem Beitrag ein paar Schnappschüsse mit der K-1 und dem Sigma 70-300mm DG APO zeigen. Das Objektiv habe ich aus Neugier gebraucht gekauft als weitere Tele-Zoom Alternative. Ich möchte heute nicht zuviel dazu schreiben, aber soviel vorab: ich bin schwer beeindruckt, wie gut dieses Exemplar abliefert. Hätte ich niemals erwartet, besonders bei dem Preis. Im Netz hatte ich vorher nicht viel zu dieser Kombi gefunden und frage mich nun, warum eigentlich nicht? Die Fotos haben in Lightroom noch alle das Classic K14 Preset durchlaufen, welches den berühmten analogen Kodachrome Umkehrfilm simuliert. Fand ich irgendwie passend zur Lokation.