Sonntag, 17. Juni 2018

[NMZ] Mal wieder LaPaDu

Immer wieder neue Perspektiven entdecken: Landschaftspark Duisburg-Nord

Aller guten Dinge sind ... vier? In der Vergangenheit hatte ich bereits drei mal dem Landschaftspark  Duisburg hier im Blog jeweils einen Beitrag gegönnt. Letztes Wochenende habe ich dem Park mit seinem einzigartigen Industriecharme im Rahmen des jährlichen Pentaxians Usertreffens erneut einen Besuch abgestattet.

Der Park war gut besucht, da zeitgleich die Photo+Adventure Messe dort stattgefunden hat. Um den Menschenmassen fotografisch ein wenig zu entkommen, habe ich mich diesmal beim Fotografieren hauptsächlich auf Details und für mich neue Blicke konzentriert. Ich bin Realist und ziemlich sicher, dass es nichts gibt, was nicht im LaPaDu bereits von jemandem abgelichtet worden wäre. Aber eben nicht von mir. Mein Blog, meine Bilder ...











Montag, 14. Mai 2018

[NMZ] A Day at the Races

Galopprennen auf der traditionsreichen Rennbahn in Weidenpesch

Anfang Mai haben wir mit den Kinder die Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch besucht. Der traditionsreiche Ort ist ein schöner Tipp für einen sonntäglichen Ausflug der etwas anderen Art. Die Tageskarte für die Familie kostet erschwingliche 18 EUR, damit weniger als der Eintritt für eine Person in den Kölner Zoo. Und der Eintritt kann natürlich durch die richtig platzierte Wette wieder zurückgewonnen werden. Wir haben unser Glück versucht, jeder durfte einen Euro auf das Pferd seiner Wahl für den Sieg setzen. Und tatsächlich konnte einer unserer Söhne den gesamten Einsatz wieder refinanzieren. Allerdings nicht den Eintritt, so sehr wollten wir unser Glück dann doch nicht herausfordern.

Ich möchte mit diesem Beitrag ein paar Schnappschüsse mit der K-1 und dem Sigma 70-300mm DG APO zeigen. Das Objektiv habe ich aus Neugier gebraucht gekauft als weitere Tele-Zoom Alternative. Ich möchte heute nicht zuviel dazu schreiben, aber soviel vorab: ich bin schwer beeindruckt, wie gut dieses Exemplar abliefert. Hätte ich niemals erwartet, besonders bei dem Preis. Im Netz hatte ich vorher nicht viel zu dieser Kombi gefunden und frage mich nun, warum eigentlich nicht? Die Fotos haben in Lightroom noch alle das Classic K14 Preset durchlaufen, welches den berühmten analogen Kodachrome Umkehrfilm simuliert. Fand ich irgendwie passend zur Lokation.


Donnerstag, 3. Mai 2018

[Objektiv gesehen] PENTAX FA 100-300mm f/4,7-5,8 - Telezoom fürs kleine Budget

Seltenes Telezoom mit ungewöhnlicher Offenblende aus Japan: FA 100-300mm f/4,7-5,8

Vor einigen Wochen habe ich mich nach einem preisgünstigen Tele-Zoom für die K-1 im Netz umgesehen. Auslöser war der Beginn der Fußballsaison meiner beiden Jungs und der Erkenntnis, dass mein DA* 200mm zwar eine ausgezeichnete Optik ist, mir aber am Platz ein variables Zoom-Objektiv mit mehr (und weniger) Brennweite und eventuell einem etwas zügiger arbeitenden AF Vorteile bringen könnte. Ich weiß, an eine 2000 EUR Kamera sollte eigentlich auch entsprechendes hochwertiges Glas. Und Ricoh hat mit dem DFA 150-450mm eine moderne Linse im Programm, welche aber ebenso teuer ist wie die Kamera.
Hübsch anzusehen trotz billiger Materialien. Die Gegenlichtblende muss extra besorgt werden.

Ansonsten wird das Eis dünn, wenn man nach aktuellen Objektiven mit Zoom über 200mm schaut. Es gibt noch das DA* 60-250mm, welches (gebraucht) in mein Beuteschema passen könnte, allerdings bietet es nur moderat mehr Brennweite und vignettiert im unteren Bereich stark (es ist als DA* Linse auch nur für APS-C beworben). Dafür kann es relativ leicht umgebaut werden und dann das volle Kleinbildformat ausleuchten. Das DA* Zoom liefert wohl sehr gut an der K-1 ab, was sich auch im PENTAX Lager herumgesprochen hat, so dass die Linse gebraucht vom Händler nun mit angezogenen Preisen ab 800 EUR gehandelt wird. Ich hatte im letzten Monat mein Glück mit einem günstigeren Exemplar aus Frankreich versucht, aber der Preis war wohl doch zu heiß - der SDM Autofokus funktionierte nicht. Zum Glück war die Rückabwicklung kein Problem.

Erster Einsatz des FA 100-300 beim Geocaching (1/250s | f/8 | ISO 800 | 270mm | K-1)
Schwan am Gruhlsee (1/640s | f/8 | ISO 320 | 100mm | K-1)

Aufgrund des geplanten, eher selteneren Einsatzes für Familien-Schnappschüsse habe ich meine Ansprüche jetzt stark herunter geschraubt, um das Budget zu drücken. Günstig sollte die Optik nun sein, gerne gebraucht. Somit verschob sich meine Suche in Richtung älterer Objektive inklusive Linsen aus der analogen Film-Ära und mit Schraubendreher-Autofokus.

Mein erster Japan Import, einfach und günstig
Die Pentax Forums Objektivdatenbank ist ein guter Ausgangspunkt zum Stöbern. Meine erste Wahl fiel auf das FA 100-300mm Objektiv mit variabler Blende 4,7-5,8, welches dort respektable 8,5 von 10 möglichen Bewertungspunkten erreicht. Es ist damit neben dem FA 20-35mm das höchst bewertete analoge FA-ohne-Sternchen-Zoom. Zudem äußern sich in den Kommentaren erfreulich viele K-1 Besitzer positiv zur Linse. Das Objektiv wurde zwischen 2000 und 2004 gebaut.

Es gibt noch zwei etwas lichtstärkere Vorgänger aus den Neunzigern, nämlich das F 100-300mm f/4,5-5,6  und das FA 100-300mm f/ 4,5-5,6 PZ. Diese sind aber im Forum schlechter bewertet. Gerade die FA Powerzoom Variante habe ich in Deutschland auf dem Gebrauchtmarkt öfters gesehen, für das vermeintlich neuere Modell habe ich im Netz leider kein Angebot im Inland recherchieren können. Und so kam es, dass ich das Objektiv auf eBay bei einem japanischen Händler gekauft habe und meinen ersten Japan-Import gewagt habe, inklusive Besuch beim Zollamt, welches zum Glück auf meinem Arbeitsweg liegt. Das Objektiv kostete mich so mit Versand und Zollgebühren ca. 90 EUR.

Alles Plastik, selbst der Objektivanschluß
Der Erstkontakt war durchaus positiv, mit wenig Überraschungen. Der optische Auftrifft im Silber-Plastik-Finish ist ohne Tadel. Es dominiert Kunststoff, sogar der Bajonettanschluss ist nicht aus Metall. Das Objektiv ist wirklich sehr leicht (ca 400g) und kompakt (ca 13cm lang, 58cm Filter). Im Vergleich wirkt beispielsweise ein Sigma 70-300mm DG bulliger. Der Zoom-Ring läuft mir zu leichtgängig, mit Hang zum Zoom Creep (also ungewollten Ausfahren, wenn Kamera und Objektiv zum Boden). Dagegen lässt sich der manuelle Fokus wenig feinfühlig einstellen, eher etwas sprunghaft. Das Objektiv bietet einen eigenen Blendenring. Das Herauszoomen verlängert das Objektiv um etwas ein Drittel gegenüber der eingefahrenen Stellung, was vom äußeren Eindruck noch harmonisch ausschaut. Alles in allem stimmt der Auftritt gemessen am Preis. Mehr aber auch nicht.


Draufsicht an der K-1 mit (zu) kurzer Noname-Gegenlichtblende
Spartanische Ausstattung: kein Quickshift, mitdrehende Front-Linse, Schrauben-AF

Ich habe mit dem Objektiv über mehrere Wochen fotografiert. Dabei kam sie hauptsächlich wie geplant an der K-1 zum Einsatz, aber auch an der K-5IIs. Was nun die fotografischen Ergebnisse bzw. optischen Qualitäten der Linse angeht, bin ich ein wenig zwiegespalten, aber nicht unzufrieden.

Loben möchte ich das subjektiv als schön empfundene Bokeh (was ja immer subjektiv ist). Immerhind verfügt die Blende über neun Lamellen. Dazu PENTAX typische Farben und Kontraste, zumindest wenn der Lichteinfall stimmt. Auch wenn das Zoom relativ lichtschwach ist, kann aufgrund des Brennweitenbereichs auch bei höheren Blendenwerten noch gut über gezielte (Un-) Schärfe freigestellt werden. Selbst Portraits gelingen mit dem Objektiv recht ordentlich.

Spiel mit der Schärfe am Kölner Rheinufer (1/160s | f/8 | ISO 100 | 100mm | K-1)
Willig für Portraits im gemäßigten Tele (1/400s | f/8 | ISO 160 | 110mm | K-5IIs)

Bei Streif- oder Gegenlicht nehmen die Kontraste stark ab, die Bilder wirken dann sehr schnell blass und flau, was aber für ältere Objektive ohne moderne Beschichtung nicht ungewöhnlich ist. Auch ein FA77 ist dafür recht anfällig. Eine Gegenlichtblende sollte somit Pflicht sein, hilft aber natürlich nicht immer (zumal wenn sie zu kurz geraten ist wie das günstige Exemplar, das ich mir gekauft habe).

Bei Gegenlicht wirken Aufnahmen schnell blass und flau (1/2000s | f/8 | ISO 1250 | 300mm | K-1)
Trotz harter Kontrastkanten wenig Neigung zu Farbfehlern (1(1600s | f/5,6 | ISO 500 | 240mm | K-1)

Recht schwierig fällt mir die Bewertung der Schärfe aufgrund der uneinheitlichen Ergebnisse, die ich mit der Optik erzielt habe. Bei Pentax Forums gab es immerhin 8,1 Punkte für die "Sharpness", so dass meine Erwartungshaltung recht groß war (wohl wissend,  dass viele Bewertungen an APS-C Kameras mit geringerer Auflösung zustande gekommen sind). Mein subjektives Schärfe-Empfinden würde eher 6 von 10 Punkte geben.

Dabei liefert das Zoom bei mäßiger Brennweite ordentliche Schärfe, vermag aber niemals das Auflösungsvermögen der K-1 auszureizen. Abblenden um zwei bis drei Blenden hilft deutlich, wobei dies natürlich gepaart mit der Lichtschwäche des Objektiv gleich zu hohen ISO Werten führt, um die für ein Tele notwendigen kurzen Verschlusszeiten zu erreichen. Das Zoom hat nach meiner Einschätzung bei Blende 11 und mittlerer Brennweite um die 135mm seinen Sweet Spot, hier gelingen manchmal auch Fotos, die von der Schärfe her richtig überzeugen können.

Bei mittlerer Brennweite ist der Schärfeeindruck bereits leicht abgeblendet gut (100% Crop)
Am langen Tele-Ende ist starkes Abblenden für ausreichende Schärfe notwendig (100% Crop, F8 und F11)

Mit zunehmender Tele-Brennweite verschlechtert sich leider der Schärfeeindruck meines Exemplars merklich. Bei Brennweiten jenseits der 200mm ist selbst durch starken Abblenden nur noch ein allenfalls befriedigendes Ergebnis zu erzielen.

Zum Vergleich was in Sachen Auflösung am Tele-Ende möglich ist, habe ich einige Testaufnahmen zusammen mit dem DA* 200mm gemacht. Der Fairness halber habe ich die Fotos vom FA 100-300 Zoom bei 300mm herunter skaliert auf die gleiche Bildauflösung, die beim DA* 200mm durch den 1,5er APS-C Crop übrig bleibt, so dass beide den gleichen Bildausschnitt zeigen. Trotz dieses Vorgehens, welches eigentlich durch das Herunterrechnen der Bildgröße zu Gunsten des FA Zooms ausfällt, sind die Auflösungsvorteile der DA* Festbrennweite wirklich mehr als deutlich. Selbst starkes Abblenden des FA Zooms auf Blende 11 ergeben bei 300mm ein schwächeres Ergebnis als Blende 4 beim DA* 200mm.

FA100-300mm @300mm vs DA* 200mm (Crop auf gleichen Bildausschnitt), beide f/8.
Im direkten Vergleich zeichnet das FA100-300 deutlich weicher und detailärmer.
FA 100-300mm im Sweet-Spot f/11 @300mm vs DA* 200 bei f/4 (Crop auf gleichen Bildausschnitt).
Obwohl nur einmal abgeblendet, zeigt das DA* immer noch mehr Details

Damit die Bildschärfe überhaupt stimmen kann, sollte natürlich auch der Fokus richtig sitzen. Was die Zuverlässigkeit des statischen Autofokus betrifft, bin ich ein wenig im Zweifel. Gefühlt habe ich mehr Fotos als gewohnt gesichtet, bei denen der Fokus nicht auf den gezielten Punkt gesetzt schien. Eine Justierung über der AF Feineinstellung habe ich aber nicht durchgeführt, weil eben auch einige Fotos auf den Punkt scharf waren.

Der Schrauben-AF ist nicht so langsam wie befürchtet, er erinnert mich an das beliebte DA 55-300mm Zoom (die alte Variante, nicht die neue mit Pulsmotor). Natürlich reicht die Leistung nicht für eine zuverlässige, kontinuierliche Fokus-Nachverfolgung meiner Jungs beim Fußballspiel, aber ein paar Zufallstreffer können dann doch gelingen. Dabei neigt der Autofokus erfreulicherweise nicht zu übertriebenen Hunting.

0,26x Vergrößerung, um kleine Dinge groß abzubilden (1/320s | f/10 | ISO 1600 | 210mm | K-5IIs) 
Bei schnellen Motiven hilft manuelles Fokussieren mehr als AF (1/6400s | f/7,1 | ISO 3200 | 170mm | K-5IIs)
Ab und an trifft auch der kontinuierliche Autofokus (1/1250s | f/9 | ISO 640 | 300mm | K-1)

Was bleibt? Für den Preis ist das FA 100-300mm 4,7-5,8 sicher eine Option, wer ein günstiges Tele-Zoom sucht. Dafür noch ein seltenes. Im Pentaxians Forum gibt es bis heute noch keinen eigenen Lens Club für dieses Objektiv (was ich bald ändern werde). Im moderaten Brennweitenbereich bis 200mm gelingen Fotos mit befriedigender bis guter Schärfe. Allerdings kauft man ja meist ein Zoom mit höherer Brennweitenzahl, um diese dann auch zu benutzen. Am langen Ende hat mein Exemplar dann doch eher versagt, so dass ich weiterhin eher zu meinem DA* 200mm greifen und croppen würde. Auch wegen des weniger anfälligen Gegenlichtverhaltens. Aber die Festbrennweite spielt natürlich auch preislich in einer anderen Liga.

Demnächst werde ich noch ein weiteres Budget Telezoom ausprobieren, nämlich das weit prominentere Sigma 70-300mm APO DG. Das Objektiv sollte zum Wochenende seinen Weg zu mir finden, ein Test sollte dann in ein paar Wochen auf diesem Blog folgen.

Bei diesem Motiv ist die Technik nur Nebensache :-) (1/400s | f/6,3 | ISO 400 | K-5IIs)
Ruhende Bälle liegen der Kamera-Objektiv Kombi mehr (1/1000s | f/5,6 | ISO 640 | K-1)
Stilleben sind dankbare Motive für den Pentax AF  (1/250s | f/5,6 | ISO 400 | K-1)

Montag, 2. April 2018

Ostern in Kleinserie

Frohe Ostern vom Goldhäschen

Bevor der Ostermontag gleich zu Ende geht, gibt es jetzt noch schnell ein paar Grüße mit dem Klassiker aller (Gold-) Häschen in der Hauptrolle. Alle Bilder sind mit der K-1 und dem Budget Telezoom FA 100-300mm in der F4.7-5.8 Variante entstanden. Das Objektiv stammt noch aus der analogen Filmäre und wurde relativ kurz zwischen 2000 und 2004 produziert. Zu der bei uns eher selten zu findenden Optik schreib ich demnächst mal meinen nächsten Beitrag aus der Serie [Objektiv gesehen] ...


Donnerstag, 29. März 2018

Rucksack mit Luftkontrolle: Jack Wolfskin ACS Photo Pack Pro im Praxistest

Jack Wolfskin Fotorucksack: funktional, robust, unscheinbar

Den idealen Fotorucksack gibt es nicht. Ganz einfach deswegen nicht, weil die Anforderungen so verschieden sind. Zum einen soll er viel Platz für das ganze Fotogeraffel bieten, also Kamera, ein paar Objektive, ein Stativ, Filter und anderen Kleinkram, vielleicht noch eine Kompakte und das Blitzgerät? Dazu sind noch Trinkflasche und sonstiges Tagesgepäck wie ein leichter Pulli unterzubringen. Er muss komfortabel und leicht zu tragen, gut verstellbar und einfach zugänglich sein, am liebsten ohne ihn abstellen zu müssen. Optisch was hermachen darf er auch, dabei aber nicht zu sehr nach Fotorucksack ausschauen. Die Verarbeitungsqualität muss stimmen, sauber verarbeitete Nähte und widerstandsfähiges Material Langlebigkeit versprechen. Und zu teuer darf er auch nicht sein. Kommen diese Überlegungen bekannt vor? Eben die Suche nach der eierlegenden Wollmichfotorucksacksau.

Ein Kompromiss war für mich in den letzten Jahren mein Kata DR-467i, den es schon einige Zeit nicht mehr am Markt gibt. Er bietet eine ganz gute Aufteilung mit überschaubaren Platz, und glänzt durch eine tadellose Verarbeitung. Letztes Jahr hatte ich ihn noch in Norwegen mit, dabei entstand aber der Wunsch nach einem Upgrade für den bevorstehenden Sommerurlaub in den Bergen. Auslöser war dabei insbesondere (fehlende) Größe und (bescheidender) Tragekomfort. Weiter habe ich mir ein Tragesystem mit Belüftung am Rücken und ein Außennetz für eine Trinkflasche ins Pflichtenheft geschrieben.

Links meine geliebte Fototasche für den Alltag, daneben drei Kandidaten für längere Wanderungen:
Cullmann DayPack 300, mein alter Kata DR-467i, Jack Wolfskin ACS Photo Pack Pro 

Nach intensiver Internet Recherche habe ich mir drei Modelle näher angesehen: den sehr günstigen Genesis Denali Fotorucksack Outdoor, den in grau-orange sportlich gestylten Cullmann Ultralight sports DayPack 300 sowie den eher funktional-nüchternen Jack Wolfskin ACS Photo Pack Pro. Um es kurz zu machen. Der Jack Wolfskin wurde es. Dem Genesis Denali traute ich von der Verarbeitung her kein langes Leben zu. Der Cullmann hat mich optisch überzeugt, ein wirklich attraktiver Rucksack. Aber leider zu klein, insbesondere die Seitenöffnung für die Kamera. Pfiffig der verdeckte Zugang zum Hauptfach vom Rücken her. Dagegen führte das sogenannte "Ventilation System" in kürzester Zeit zu einem verschwitzten Rücken, anders als erhofft.

Der Jack Wolfskin dagegen überzeugte von Anfang an durch Tragekomfort, Qualitätseindruck und Funktionalität. Das Gewicht wird sehr gut auf Schulter und Becken verteilt, der Rücken bleibt durch das sogenannte Air Control System (ACS) weitgehend bis auf den Kontakt mit einem dünnen Trennnetz frei, welches über zwei Stangen gespannt den Abstand zum eigentlichen Rucksack wahrt. Schulter-, Brust- und Beckengurte sind sehr flexibel einstellbar, so dass der Rucksack gut an meine Statur (immerhin 191 cm)  anpassbar ist. Der breite Hüftgurt bietet rechts eine Tasche, welche über einen Reißverschluss im Boden vergrößert werden kann, so dass noch eine kleine Flasche hineinpasst.  Pfiffiges und in den Händen meiner Kinder auch nervendes Detail am Brustgurt: eine Signalpfeife für den Notfall.

Überzeugendes Tragesystem mit luftigem Rückabstand

Es gibt ein großes unteres Fach für Kamera und Objektive mit flexibler, stabiler Klett-Unterteilung. Für den Schnellzugriff, ohne die Tasche ablegen zu müssen, kann das Hauptfach nur an der rechten Seite einen Teil geöffnet werden - oder eben komplett über die gesamte Front. Der Boden ist dick gepolstert und enthält einen Regenüberzug.

Großes Hauptfach für großes Equipment

An der linken Seite, an der eben das Hauptfach nicht geöffnet werden kann, gibt es eine große, offene Seitentasche, die auch eine Literflasche aufnimmt, oder über die zusätzlich mit Gurten ein Stativ fixiert werden kann. Für Kleinkram gibt es noch unter der offenen Seitentasche sowie vorne auf den Hauptdeckel zwei Taschen mit vielen Einteilungen für Karten, Stifte, Akkus, Speicherkarten etc.

Vielfältige Verstaumöglichkeiten - Organizer-Tasche in der Front, Wasserflasche an der Seite

Das obere Fach steht dem unteren in Größe kaum nach. Aufgrund des sehr großen Deckels, welcher vom Körper weg aufschlägt und weit nach unten zieht, wirkt das Fach zunächst zierlich. Aber es passen dann doch auch eine Liter-Flasche, mein kleines Rollei-Stativ mit 32cm Packmaß sowie weitere Utensilien hinein. im Deckel selbst ist ebenfalls eine Tasche integriert, in die Portemonnaie, Mütze und weiterer Kram Platz findet.

Ins obere Fach passen quer gelegt Stativ und 1-l-Wasserflasche

Am Deckel ist auch ein großer Haltegriff aufgenäht, der zwar robust wirkt, aber wenn der Rucksack komplett mit mehreren Kilos bepackt ist, hebe ich doch lieber an den Schultergurten an. Erwähnenswert ist noch ein großes, dick gepolstertes 14-Zoll-Notebookfach, welches sich über beide Hauptfächer erstreckt. Ich habe es aber sofort zugunsten zusätzlichen Volumens herausgenommen.

Alle Nähte sind sauber verarbeitet. Das Material wirkt sehr robust und reißfest, die teure Ausrüstung darf sich gut geschützt fühlen. Die Reißverschlüsse laufen wie zu erwarten problemlos, nichts hakt, dabei vereinfachen große Schlaufen die Bedienung. Zum wertigen Auftritt passt dann das Leergewicht von beachtlichen zwei Kilo. Das Volumen beträgt nominell insgesamt 30 Liter.

Robuste Materialien, leichtgängige Reißverschlüsse mit Schlaufen

In Südtirol und am Gardasee bin ich im letzten Sommer mit dem voll gepackten Rucksack mehrere Stunden gewandert, und war wirklich sehr begeistert. Mit dabei hatte ich eine K-1 mit DFA 15-30mm und DA* 200mm sowie einigen weiteren Linsen, manchmal sogar noch eine kleine Olympus OMD oder die Ricoh GR. Dazu das kleine Rollei-Stativ, welches wie erwähnt sogar in das obere Fach komplett gepasst hat, ein bis zwei Trinkflaschen, Essen, Trinken usw. Grob geschätzt waren das über 10 Kilo Gewicht. Natürlich fange ich dann im Sommer auch trotz ACS an zu schwitzen, aber es klebt nicht so unangenehm am Rücken, wie ich es noch vom Kata kenne. Und Rückenschmerzen waren auch kein Thema, der Tragekomfort hat mich wirklich, wirklich überzeugt.

Allein wenige Kritikpunkte bleiben. Die Vielzahl der Taschen haben nämlich auch den Nachteil, nicht immer alles wiederzufinden, was man am Morgen noch verstaut hat. Aber eigentlich sollte ich das nicht dem Aufbau des Rucksacks ankreiden. Dennoch kann mich insbesondere die feine Aufteilung der Organizer Tasche vorne gar nicht überzeugen, eine gröbere Einteilung mit wenigen Einschubfächern wäre mir hier lieber. Das ist aber Jammern auf hohen Niveau. 

Für den Schnellzugriff kann unteres Fach auch nur seitlich geöffnet werden

Meine Hauptkritik betrifft die Optik. Der Photo Pack verleugnet wirklich nicht sein Wesen, er ist durch und durch ein funktionaler Foto-Rucksack und sieht auch so aus. Attraktives, sportliches, junges Design? Fehlanzeige. Wenn er doch nur zumindest in anderen Farben angeboten werden würde, aber nein, es gibt ihn nur im tiefen Schwarz mit grauem Riemen und Innenleben.

Schwarz und schlicht - das Design haut mich nicht um

Fazit? Funktionalität und Qualität überzeugen so sehr, dass ich ihn wieder mit Freude in dieser Saison auf längeren Wanderungen tragen werde. Mein Rücken wird es danken. Der Wunsch nach einer attraktiveren Alternative besteht zunächst nicht mehr. Nur wenn Jack Wolfskin eventuell mal neue Versionen in pastelligen Farben (wie wäre es mit einem freundlichen Hellblau?)  auflegen würde, wäre ich sofort für ein Upgrade zu haben.