Freitag, 14. August 2015

[NMZ] Wasserwelten


Wer jetzt glaubt, ich fotografiere nur noch im Micro-Four-Thirds System, der irrt. Als kleinen Gegenbeweis möchte ich ein paar Fotos aus dem letzten Monat zeigen. Passend zu den Sommerferien in Belgien am Meer war im Pentaxians Forum was das monatliche  1-Linse-1-Kamera Projekt mit dem Titel Wasserwelten ausgerufen. Mit urlaublicher Muße und dem 21er Limited an der K-5 IIs ausgestattet gab es einige Gelegenheiten, das Thema anzugehen. Das Wunderbare an Belgien ist, dass die Strände auch in den (nordrhein-westfälischen) Schulferien nicht überfüllt sind, wenn man sich ein wenig abseits der Badeorte bewegt. Warum auch immer, die meisten zieht es eben nach Holland ans Meer und nicht ins südliche Nachbarland.


Das ultimative Foto ist mir ohne Zweifel nicht gelungen, aber mir ist wieder sehr bewusst geworden, was ich an dem Hobby so sehr mag. Sicher, ein schönes Foto ist immer Ansporn und Ziel, aber eigentlich ist es das Fotografieren an sich, was mir am meisten Freude macht: das Draußen-Sein, die Suche nach dem richtigen Standpunkt, der richtigen Perspektive, dem passenden Licht, und dann Auslösen. Nicht immer entschleunigt, gerne auch mal aufgeregt, weil die Zeit eng wird und die Familie frierend bei 12 Grad nach Sonnenuntergang im Auto wartet, dass der Papa endlich vom Meer zurückkommt, der aber noch nicht kommen kann, weil die Ebbe das Wasser noch nicht genug zurück gedrängt hat oder die Wolken gerade nicht so schnell weiterziehen wollen.

Dann zurück im warmen Ferienhaus die Fotos auf dem lahmenden Notebook überspielt, wo jedes Weiterblättern zum nächsten Foto zur Geduldsprobe wird. Und die Erkenntnis: vor Ort sah es irgendwie schöner aus. Aber das macht nichts. Denn es hat einfach nur Spaß gemacht! Manchmal kommt es (mir) eben doch nicht nur auf das Ergebnis an. Zumindest nicht, wenn Fotografieren Hobby ist.


Und dann ist man auch einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zum Beispiel, um Garnelenfischer zu Pferde bei ihrer Arbeit bestaunen zu dürfen. Vor Jahrhunderten war das Fischen zu Pferde wohl noch an der Küste gang und gäbe, heute gibt es dies nur noch in der belgischen Küstenstadt Oostduinkerke zu sehen und steht seit 2013 sogar auf der Weltkultur-Liste der UNESCO. Blendet man die Massen von Touristen weg (zu denen ich auch gehöre), die sich das Schauspiel vom Strand aus anschauen, hat die Komposition aus wettergegerbten Menschen in gelben Ölzeug auf stämmigen Kaltblütern mit Waidenkörben und Schleppnetzen gerüstet schon etwas meditatives. Einen sehr schön geschriebenen und informativen Artikel zu den Pferdefischern habe ich bei Munchies gefunden.



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