Freitag, 7. April 2017

PENTAX KP zum Test eingetroffen

PENTAX KP im Retro-Look - dazu passend das 20-40mm Limited

Die neue PENTAX KP ist eingetroffen. Ricoh hat mir freundlicherweise die Kamera zum Testen zugeschickt. Um ehrlich zu sein, ist das schon ein paar Tage her, aber außer bei einem kleinen Fotoausflug zum Düsseldorfer Hafen und ein paar Auslöser zu Hause konnte ich das neue Gehäuse noch nicht ausführlich bekrabbeln. Jetzt in den anstehenden Osterferien sollte aber genug Zeit sein, die Kamera gebührend kennen zu lernen. Neugier meinerseits ist reichlich vorhanden.

Die neun KP flankiert von der älteren (und ähnlich kompakten) K-5IIs

Das neue PENTAX Gehäuse mit APS-C Sensor wird in  meiner Wahrnehmung im Netz recht kontrovers diskutiert - so wie eigentlich jedes Modell der Vergangenheit, welche neben dem obligatorischen K noch einen weiteren Buchstaben im Namen trägt. Die KP wird von Ricoh insbesondere ob ihrer Kompaktheit beworben, dazu mit individueller Griffauswahl zum Selber-Wechseln und im zeitgemäßen Retro-Stil mit ansonsten moderner Austattung, die mich mehr an die K-70 denken lässt als an die K-1. Auch wenn sich bereits ein erstes Bauchgefühl eingestellt hat, möchte ich jetzt nicht voreilig mehr schreiben. Alles weitere dann in zwei bis drei Wochen auf diesem Blog. Bis dahin ein paar erste Fotos mit der KP ...





Montag, 3. April 2017

[Objektiv gesehen] Irix 15mm Firefly im Kurztest

In der Schweiz konzipiert, in Süd-Korea produziert: die Marke Irix

Mein letzter Beitrag, bei dem ich mir ein Objektiv explizit im Blog vorgenommen  habe, ist tatsächlich schon über ein Jahr her. Jetzt ist eine Optik fällig, die noch nicht lange am Markt ist. Ich stelle vor: das Irix 15mm f/2.4 Firefly.

Seit einigen Monaten bin ich nun auf der Suche nach einem Weitwinkel jenseits (oder diesseits) von 28 Millimetern für die K-1. Zwar hatte ich bereits ein Samyang 14mm hier, welches auch an meiner K-5IIs das APS-C Format gut ausgeleuchet hat, aber leider war die Leistung am großen Sensor der K-1 nicht mehr so erfreulich, da stark dezentriert. Außerdem war die Schärfe in der Unendlichkeit noch nicht am Anschlag erreicht.

Gewichtig und robust kommt das Gehäuse bereits in der einfachen "Firefly" Variante daher

Amazon war so freundlich, das Objektiv noch nach fast sechs Monaten ohne Murren zu tauschen, nur leider war das zweite Exemplar noch schlechter. Also hab ich mich weiter umgesehen, und bin auf die neue Marke Irix aufmerksam geworden. Das 15mm Firefly erschien mir auf dem Papier eine geeignete Alternative zum Samyang. Ähnliche Brennweite und Lichtstärke, ein wenig größer und schwerer, dafür besser ausgestattet bei einem vergleichbaren Preisschild.

15 Millimeter am Kleinbildformat liefern ordentlich Blickwinkel 

Beim Kauf neuer Linsen schaue ich in den ersten Tagen ganz genau hin, in erster Linie auf die Zentrierung. Dabei bin ich mir auch fürs Pixelpeeping nicht zu schade. Dafür genügt ein einfacher Test, wie ich ihn schon vor Jahren einmal hier beschrieben habe: es wird auf ein Ziel in weiter Entfernung manuell bei relativ offener Blende fokussiert und dann vier Aufnahmen von dem Motiv in allen vier Ecken gemacht. Dabei geht es (mir) nicht um Randschärfe um jeden Preis, aber der Eindruck sollte bei allen Aufnahmen gleich sein. Und ja, spätestens bei Blende 8 muss auch der subjektive Schärfeeindruck stimmen die Ecken dürfen nicht mehr matschig wirken.

Wer im Superweitwinkel Bokeh will, muss nah ran und die Blende öffnen
Mein Hauptkritikpunkt am Irix ist das Gegenlichtverhalten

Mein erstes Irix Exemplar hat leider diesen Test nicht bestanden, so dass ich ein zweites bestellen musste, was dann in Ordnung war. Spätestens bei Blende 5,6 war dieses dann auch bis in die Ecken des Kleinbildformats der K-1 für meine Ansprüche ausreichend und gleichmäßig scharf (ohne jetzt überragend zu sein). Das finde ich für ein so günstiges Ultraweitwinkel schon beeindruckend.

Heftig empfinde ich die Abschattungen bei kleineren Blendenzahlen, die erst bei Blende 8 verschwinden. Dies ist aber aus meiner Sicht zu verschmerzen, da ganz gut in der Nachbearbeitung am Rechner zu korrigieren. Was mir dagegen gar nicht gelingen wollte, waren Fotos im Gegenlicht der Sonne ohne hässliche Reflexionen (Flares).

Bei Offenblende heftige Vignettierung in den Ecken ...
... die erst bei Blende 8 so richtig (?) verschwindet

Auf der Habenseite des Irix steht ganz klar die Ausstattung. Sehr schön gestaltet ist bereits die Verpackung inklusive Blechdose zur Verwahrung, dazu eine Stofftasche und ein zweiter hinterer Objektivdeckel. Das Objektiv fühlt sich bereits in der einfachen "Firefly" Variante sehr wertig an, wenn auch das Gehäuse aus Plastik ist.

Ein 95 Millimeter Gewinde erlaubt den Einsatz von Schraubfiltern, die allerdings bei der Größe in vernünftiger Qualität nicht günstig sind und schnell einen dreistelligen Euro-Betrag kosten können. Zur einfachen Bedienung von einem Polfilter gibt es in der abnehmbaren (!) Gegenlichtblende ein kleines, verschließbares Fenster.

Schöne Ausstattung mit Blechdose, Stofftasche, Gegenlichtblende mit Fenster, Frontdeckel und zwei Rückdeckeln
Dominantes Auftreten an der ebenfalls nicht zierlichen K-1

Gut gemeint aber schlecht umgesetzt ist der Lock-Mechanismus zur Arretierung des Fokusrings. Gedacht ist er, um nicht unabsichtlich die Entfernung zu verstellen. Allerdings ist die Sperre ebenfalls als Ring ausgelegt (und nicht als Schalter), der unmittelbar über dem Fokusring liegt und festgezogen werden muss. Dabei verstellt man aber zu leicht die Entfernung selbst, was ja eigentlich gerade durch den Lock verhindert werden sollte. Richtig pfiffig dagegen ist der "Klick" beim Durchfahren der Unendlichkeitseinstellung, welcher eine echte akustische Hilfestellung bei Landschaftsaufnahmen in der Dunkelheit. darstellet.

Letztendlich habe ich das Irix nicht behalten. Tatsächlich stört mich in erster Linie das Gegenlichtverhalten. Ich mag Weitwinkelaufnahmen mit der Sonne im Bild. Solche Fotos sind mir mit der Optik einfach nicht gelungen. Auch fehlt mir bei den Raw-Aufnahmen das "gewisse Etwas", ohne es genauer benennen zu können. Das Bauchgefühl spielt nicht mit. Und zu guter Letzt passen mir dann doch Größe und Gewicht nicht, noch einmal ein wenig "Mehr" als beim Samyang 14mm.

Versuch macht klug, und bei dem einen Versuch wird es auch bleiben. Nicht meine Optik, aber ich bin mir sicher, dass das Irix 15mm seine Freunde auch im PENTAX Lager finden wird. So geht die Suche weiter, ein paar Optionen gehen mir noch im Kopf herum, vielleicht auch ein erneuter Test mit dem 14er Samyang.



Dienstag, 14. März 2017

Nachtschicht auf der Henrichshütte

Blick vom Bahnsteig auf den Komplex der Henrichshütte mit Gießhalle, Hochofen und Schornstein

Immer wieder schiele ich Richtung Norden ins Ruhrgebiet, um für mich neue Ausflugsziele zum Fotografieren zu finden. Die Route der Industriekultur bietet da eine Menge Möglichkeiten, wenn auch diese immer mindestens eine Stunde Anfahrt mit dem Auto bedeuten. Am letzten Donnerstag las ich eher zufällig von der Henrichshütte, einem ehemaligen Hütten- und Stahlwerk bei Hattingen südlich von Bochum. Für den nachfolgenden Abend war auf der Homepage des Museums die Nachtschicht angekündigt. Das Museumsgelände schließt dann nicht bereits um sechs Uhr, sondern hat noch bis Abends um elf geöffnet - inklusive Beleuchtung der Anlage und (diesmal) Mondenschein. 

Zwischen Stahlwerk und Gebläsehalle
"Durchblick" an der Gebläsehalle
Alter Güterwagen vor Gießhalle und Hochofen

Die Henrichshütte ist nicht zu vergleichen mit den Hotspots des Ruhrgebiets, allen voran die Zeche Zollverein und der Landschaftspark Duisburg, den ich in der Vergangenheit schon einige Male besucht habe. Aber gerade hier liegt die Attraktivität der Henrichshütte. Während man im LaPaDu an einem Abend gerne mal gefühlt mehr als hundert Fotografen trifft, waren es am Freitag auf der Henrichshütte vielleicht ... fünf? Alles ist halt eine Nummer kleiner, dafür gibt aber auch hier genug zu entdecken, darunter auch viele Schienenfahrzeuge, unter anderem einen Schienenbus. Und natürlich einen imposanten Hochofen, den man auch erklimmen kann - was ich mir aber an dem Abend bis auf ein paar Treppenstufen geschenkt habe.

 "Abstossen verboten" - Sonst ist der Lack ab.
Kurz nach Sonnenuntergang wird das Licht eingeschaltet
Die Übergabestation beherbergt heute ein Trauzimmer des Standesamtes Hattingen

Ich bin gegen halb sechs angereist, so dass ich noch die letzten Sonnenstrahlen mitnehmen und vor Ort die Dämmerung komplett genießen konnte. Da ich mich auf dem Areal nicht auskannte (und mich auch vorab nicht sonderlich gut informiert hatte), kann ich nicht sagen, ob ich mir für die an sich beste Zeit fürs Fotografien zur blauen Stunde auch die geeigneten Orte ausgesucht habe. Mit dem Abgang der Sonne wurde pünktlich die Lichtanlage eingeschaltet, die dann mit dem natürlichen Restlicht der blauen Stunde in Konkurrenz trat. Ich mag das einfach.

Ideenreich - alte Röhren oberhalb der Erzbrücke als Ausstellungsräume
Blick in den Aufstieg zum Hochofen
Die beste Zeit des Tages - der Hochofen zur blauen Stunde

Nicht so sehr gemocht habe ich die Tatsache, dass ich derzeit kein Objektiv mit Brennweite unterhalb von 28 Millimeter für mein K-1 Gehäuse habe. Bezogen auf das Kleinbildformat ist das eben nur ein gemäßigtes Weitwinkel. Das Samyang 14mm habe ich zum Händler zurückgeschickt, weil ich leider feststellen musste, dass es zu den Rändern her doch zu stark und unregelmäßig abbaut. Das war mir bis dato nicht aufgefallen, da das Objektiv bisher hauptsächlich nur das APS-C Format einer K-70 im letzten Herbst in Vorarlberg  ausleuchten musste. Ein in der letzten Woche als Ersatz gekauftes TH Swiss Irix 15mm Firefly stand mir auch nicht zur Verfügung, weil ich es einen Tag zuvor wegen Dezentrierung wieder zurückgeschickt habe. Ansonsten ist das Irix ein cooles Teil, da bleib ich dran. Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich schreiben wollte: vor Ort fehlte mir einfach oft ein wenig mehr Bildwinkel, eine 24mm Brennweite hätte schon viel geholfen. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Erzschau - Eisen aus "bunten Steinen"
An der Möllerung
In Herzen der Gießhalle

Die Henrichshütte behalte ich in guter Erinnerung. An dem Abend war ganz entspanntes, unaufgeregtes Fotografieren angesagt. Im Endeffekt war ich "nur" dreieinhalb Stunden vor Ort, die Lokation gibt aber sicher noch mehr her, zumal ich nicht einmal den Hochofen rauf bin oder mir die Ausstellungen in der Gebläsehalle oder dem Empfangsbereich angeschaut habe. Ein Wiederkommen ist eingeplant, dann auch gerne früher am Tag, aber auch unbedingt wieder mit blauer Stunde. Ob mit Kollegen zum Fotografieren oder als Sonntagsausflug mit der Familie halte ich mal offen. Die nächsten Termine zur Nachtschicht sind bereits auf der Homepage des Museum für April und Mai angekündigt. 

Auf dem Stahlwerksplatz, rechts im Vordergrund ein mehrere Meter hoher Stahlkonverter
Die Gebläsehalle dient heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum

Dienstag, 28. Februar 2017

[NMZ] Kölle Alaaf

Bevor gleich der Nubbel Feuer fängt und der Karneval 2017 zu Ende geht, rasch noch vier Schnappschüsse vom Sonntag. Direkt am Dom beim Schull- und Veedelszöch. Nichts Besonderes, NMZ, schnell mit der Olympus E-M10 Mark II entstanden.  Die eine Hand am Auslöser, in der anderen Hand das Kölsch. Kölle Alaaf.


Freitag, 24. Februar 2017

[NMZ] Tuchfabrik Müller

Garnrollen in der Tuchfabrik Müller, die wohl vergeblich auf ihre Verarbeitung warten

Vor ein paar Tagen hatte ich das Vergnügen, an einer Führung durch die historische Tuchfabrik Müller in Euskirchen teilnehmen zu dürfen, welche 1961 geschlossen wurde und heute ein Museum ist. Die exklusive Veranstaltung hatte ich einer Einladung von Heiko / Hooky69 zu verdanken, der die Führung als Dankeschön von dem Museum für die Bereitstellung seiner Fotos von einem vorherigen Besuch erhalten hatte.

Wie sich vor Ort herausstellte, waren die Bedingungen recht sportlich: Zehn Fotografen auf engem Raum, zwei Stunden Zeit für viel zu viele Motive bei wenig Licht, welches eigentlich fast immer nach dem Einsatz eines Stativs rief, der bei diesem Termin auch erlaubt war. Stativ hatte ich dabei, aber leider nicht die notwendige Muße, so dass ich es fast immer beim Betreten eines neuen Raums in die Ecke gestellt und mich freihand in höheren ISO Werten versucht habe.

Was die fotografische Ausbeute betrifft, muss ich zugeben, dass ich an dem Tag viel Lehrgeld bezahlt habe für meine Unerfahrenheit mit dem Kleinbild-Format meiner neuen K-1 Kamera. Für die Motive habe ich zu oft zu kleine Blendenzahlen gewählt, so dass die Schärfentiefe nicht ausreichend weit gewählt war. Dazu fehlte mir ein Objektiv mit geringer Naheinstellgrenze, um die Details der Maschinen noch besser herausarbeiten zu können. Ein FA 43mm ist an der K-1 einfach kein leichtes Tele mehr. Ärgerlich, zumal ich mit dem DFA 100mm Macro und dem DA 35mm Macro Limited zwei passendere Optiken im Portfolio gehabt hätte - nur eben leider nicht vor Ort.

Dennoch sind ein paar (wie ich finde) ansehnliche Aufnahmen entstanden. Eine kleine Auswahl kommt gleich, ein paar mehr habe ich als Flickr Album veröffentlicht. Vielen Dank nochmal an Heiko und die anderen Photofreunde-NRW für einen wirklich schönen Samstag-Mittag. Gerne wieder!


Sonntag, 12. Februar 2017

Verbindungsfreudig - Schnellverschluss für Kameragurte

Schlichter Schnellverschluss für jeden Kameragurt: eddyconnection

EDDYCAM ist wahrscheinlich vielen als Produzent von edlen Kameragurten bekannt. Ich selbst konnte mich bisher nicht dazu durchringen, einen dreistelligen Betrag für einen Elchledergurt auszugeben (obwohl ich schon davon überzeugt bin, dass die Eddycam Gurte das wert sind), zumal ich Kameragurte eher als lästige Notwendigkeit denn als kleidsames Accessoire erachte. Tatsächlich komme ich persönlich seit Jahren mit einem einfachen Air Cell Neoprengurt aus, der jetzt durch einen schlichten Super Classic Strap von OP/Tech USA ersetzt wird. EDIT: Doch nicht, der Op/Tech bietet keinen Mehrwert gegenüber meinem alten Air Cell, eher sogar weniger. Insofern bleibt der Air Cell aus meiner Sicht ein echter Tipp.

Weil ich Gurte eigentlich nicht mag, benötige ich eine Möglichkeit, sie schnell wieder von der Kamera zu trennen und nur bei Bedarf anzubringen. Mein Air Cell bot dazu Schnallen mit Klickverschluss, die allerdings immer an zwei kurze Strippen an der Kamera baumelten. Auch die OP/Tech Gurte bieten ein ähnliches System ("Pro Loop"), aber ich wollte eine Lösung, bei der eben auch bei Nichtgebrauch nichts mehr am Kameragehäuse verbleibt.

Und jetzt schließt sich der Kreis zu EDDYCAM. Hier gibt es nämlich als nettes Zubehör die eddyconnection, sogar bereits in zweiter Generation. Der (!) eddyconnection ist ein Anschluss-System bestehend aus zwei kleinen Kunststoffteilen mit integrierten Edelstahlhaken, welche funktional mit Karabinern vergleichbar sind - nur eben in schön. Dazu wird einmalig der Kameragurt an die Enden der eddyconnection Teile eingefädelt. Der eigentliche Anschluss erfolgt dann über das Einhaken in die Kamera-Ösen, wobei die Edelstahlhaken über einen Sicherungsknopf arretiert sind. Das Abnehmen erfordert ein einfaches Drücken der Knöpfe und ziehen des Gurtes, wodurch sich die Haken wieder öffnen. Einfach und effektiv. Und ohne Rückstände, wie ich es mir gewünscht habe. Ein wirklich schönes System, das es erlaubt, den Gurt von Kamera zu Kamera je nach Bedarf wandern zu lassen. Allerdings gibt es eine Limitierung: die Traglast liegt bei maximal 2,2 kg, was mir persönlich allerdings auch reicht.