Sonntag, 12. Februar 2017

Verbindungsfreudig - Schnellverschluss für Kameragurte

Schlichter Schnellverschluss für jeden Kameragurt: eddyconnection

EDDYCAM ist wahrscheinlich vielen als Produzent von edlen Kameragurten bekannt. Ich selbst konnte mich bisher nicht dazu durchringen, einen dreistelligen Betrag für einen Elchledergurt auszugeben (obwohl ich schon davon überzeugt bin, dass die Eddycam Gurte das wert sind), zumal ich Kameragurte eher als lästige Notwendigkeit denn als kleidsames Accessoire erachte. Tatsächlich komme ich persönlich seit Jahren mit einem einfachen Air Cell Neoprengurt aus, der jetzt durch einen schlichten Super Classic Strap von OP/Tech USA ersetzt wird. EDIT: Doch nicht, der Op/Tech bietet keinen Mehrwert gegenüber meinem alten Air Cell, eher sogar weniger. Insofern bleibt der Air Cell aus meiner Sicht ein echter Tipp.

Weil ich Gurte eigentlich nicht mag, benötige ich eine Möglichkeit, sie schnell wieder von der Kamera zu trennen und nur bei Bedarf anzubringen. Mein Air Cell bot dazu Schnallen mit Klickverschluss, die allerdings immer an zwei kurze Strippen an der Kamera baumelten. Auch die OP/Tech Gurte bieten ein ähnliches System ("Pro Loop"), aber ich wollte eine Lösung, bei der eben auch bei Nichtgebrauch nichts mehr am Kameragehäuse verbleibt.

Und jetzt schließt sich der Kreis zu EDDYCAM. Hier gibt es nämlich als nettes Zubehör die eddyconnection, sogar bereits in zweiter Generation. Der (!) eddyconnection ist ein Anschluss-System bestehend aus zwei kleinen Kunststoffteilen mit integrierten Edelstahlhaken, welche funktional mit Karabinern vergleichbar sind - nur eben in schön. Dazu wird einmalig der Kameragurt an die Enden der eddyconnection Teile eingefädelt. Der eigentliche Anschluss erfolgt dann über das Einhaken in die Kamera-Ösen, wobei die Edelstahlhaken über einen Sicherungsknopf arretiert sind. Das Abnehmen erfordert ein einfaches Drücken der Knöpfe und ziehen des Gurtes, wodurch sich die Haken wieder öffnen. Einfach und effektiv. Und ohne Rückstände, wie ich es mir gewünscht habe. Ein wirklich schönes System, das es erlaubt, den Gurt von Kamera zu Kamera je nach Bedarf wandern zu lassen. Allerdings gibt es eine Limitierung: die Traglast liegt bei maximal 2,2 kg, was mir persönlich allerdings auch reicht.


Samstag, 14. Januar 2017

[NMZ] Le Bosquet, das kleine Paradies


Heute hole ich mir den Sommer zurück. Das ist auch bitter nötig. Ich schaue gerade durch das Dachfenster, und sehe nur eine weiße Wand. Vor einer halben Stunde hat es angefangen zu schneien, was für uns hier in der Kölner Bucht ein wirklich seltenes Ereignis ist. Da hänge ich gerne den Erinnerungen an die letzten Sommerferien in Südfrankreich  nach ...

"Zwei Kurven auf einem Feldweg unter schattigen Eichen, und wir entdecken eine friedliche Welt, wo die Zeit still zu stehen scheint und eine Glocke den spielenden Kindern die Mahlzeiten ankündigt. Ein kleines grünes Paradies mit ehrwürdigen Bäumen, deren Wipfel sich im blauen Himmel verlieren, zu deren Füssen Kräuter und Blumen sprießen und Obstbäume der südlichen Sonne entgegen wachsen."

So poetisch begrüßt einen die Homepage von Le Bosquet. Klingt ein wenig zu schön um wahr zu sein? Ist es aber. Le Bosquet, das ist ein südfranzösisches Landgut mit uralten Bäumen, ganz in der Nähe der Ardèche bei Aubenas, welches wir für uns vor einigen Jahren entdeckt und bereits dreimal im Sommer besucht und dort die Ferien verbracht haben. Der Hof ist in der Tat ein kleines Paradies, für uns und unsere Kinder. Ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann. Nur gut, dass ich nicht nur Bilder im Kopf habe, sondern auch einige jetzt zeigen kann ...


Ich schaue wieder durch das Fenster. Inzwischen kann ich wieder hindurch sehen, der Regen hat eingesetzt und den Schnee weggespült. Und ich nehme mir ganz fest vor, dass wir Le Bosquet wieder besuchen werden ...


Montag, 9. Januar 2017

Und Tschüss 2016!

Auf unbekannten Wegen ins neue Jahr!

Das abgelaufene Jahr war allgemein gesehen wahrlich kein gutes. Aus meiner privaten Sicht auf gesellschaftliche und (welt-) politische Ereignisse trauere ich 2016 nicht nach, leider fehlt auch der Optimismus für 2017. Mich erschreckt zutiefst, wie radikales, von Verachtung und stupidem Hass geprägtes Gedankengut gesellschaftsfähig geworden ist und Einzug in unsere Lebenswirklichkeit nimmt, egal wohin und wieweit ich schaue. Dieser Blog Post soll jetzt ganz sicher nicht politisch werden, aber wenn ich versuche meine Gedanken auf das vergangene Jahr zu richten, fällt es mir schwer, mich auf fotografische Themen zu konzentrieren. Ich probiere es jetzt dennoch.

OK. Neuer Anlauf für den Jahresrückblick, den ich ja auf diesem Blog traditionell jedes Jahr abhalte. Eine Art Retrospektive, bei dem ich in alten Blog Beiträgen zurückschaue. 2016 war das Jahr, in dem ich wieder in die Ausrüstung investieren wollte, nachdem ich mir 2015 einen Konsumstopp für PENTAX Hardware verhängt hatte. Und so geschah es bereits zwei Tage nach Neujahr, dass ein Sigma 30mm Art gebraucht angeschafft wurde. Die Linse brachte mich schnell an meine Grenzen, aber ich überlebte das Abenteuer der Phasen-Autofokus Korrektur.

Lichtstarkes Sigma 30mm Art - Abenteuer Autofokus bei Offenblende 

Über das Jahr sollten noch einige Linsen mit K-Mount kommen und (bis auf zwei) auch wieder gehen, darunter mal wieder ein DA 15 mm Limited, dem ich jetzt aber endgültig entsagt habe. Ich habe einfach nicht über die Randschwäche hinwegblicken können, dazu noch eine Dezentrierung, die der Pentax Service nicht wirklich reparieren konnte.
Ungleiches Paar:  Samyang 14mm vs. DA 15mm Limited

Ich weiß, es gibt viele Anhänger dieser Optik, die dann gerne zu dem Thema Randschärfe anführen, dass bei der Fokussierung die Bildfeldwölbung berücksichtigt werden muss, und auf manuelles Scharfstellen bzw. den Kontrast-AF verweisen. Darauf hatte ich keine Lust mehr, immer der Zweifel, ob es vielleicht besser gehen könnte. Das DA 15mm ist für mich das beste Beispiel für ein Objektiv, das ich wirklich, wirklich (lieb-) haben wollte (allein die Blendensterne sind ein Traum), es aber in der Realität dann doch nicht konnte. Dazu sei gesagt, dass ich mich über die Jahre an mehreren Exemplaren abgearbeitet habe. Sollen andere damit glücklich werden, ich bin für Superweitwinkel auf das manuelle Samyang 14mm umgestiegen, welches auch das Kleinbild Sensorformat ausleuchtet. Kompakt ist natürlich was anderes.

DA15 Limited - Stark abgeblendet und Fokus auf den Bildrand 
Richtig angewandt lieferte auch mein letztes Exemplar ausreichende (nicht gute) Randschärfe

Es gab kurze Kamera-Intermezzi mit einer Ricoh GR und einer Olympus PEN E-PL7, nicht wirklich ernst gemeint, sondern der Neugier geschuldet. Meine kleine Schwarze fürs leichte Gepäck, die Olympus OMD EM-10, wurde durch den Nachfolger Mark II ausgetauscht, dazu noch die MFT Festbrennweiten auf zwei Objektive reduziert wie ein Jahr zuvor bereits angedacht. Richtig ernst wurde es zum Jahresende, als ich in meinem Fotoschrank Platz schaffen wollte und wirklich viel Hardware verkauft habe, darunter meine verehrter K-01 mit dem 40er XS Pancake und weitere K Linsen. Warum sollte sich gleich klären ...
Knuffig - den K-01 Ziegelstein muss man einfach liebhaben 

Das Jahr 2016 brachte für viele Anhänger der Marke PENTAX endlich die Erlösung: Ricoh veröffentlichte mit der K-1 die lang ersehnte DSLR mit einem Sensor in Kleinbild-Größe. Erste Exemplare inklusive ihrer glücklichen Besitzer durfte ich auf dem jährlichen Pentaxians Treffen in Trier sichten. Die K-1 dominierte dann ab Jahresmitte auch meinen Blog. Nachdem ich mir zur K-1 anfangs nur ein paar theoretische Gedanken machten durfte, hatte ich das große Glück, dass Ricoh mir zu den Sommerferien ein Exemplar zum Testen zur Verfügung stellte.

Es folgten einige Beiträge, in denen ich mich mit verschiedenen Aspekten der Kamera wie ihrer (High)-ISO Fähigkeiten und den Möglichkeiten der Pixel Shift Resolution auseinandergesetzt habe. Letzterer Beitrag war sicher der aufwendigste, den ich in diesem Jahr (oder jemals?) geschrieben habe. Die Trennung von der K-1 war nicht einfach, mein persönliches Fazit fiel durchaus wohlwollend aus, und so ließ mich die Kamera bis Jahresende gedanklich nicht mehr los.

An der K-1 erblühen die FA Limited Schätzchen wie das FA43 auf 
Lecker und bekömmlich: das neue DFA 28-105mm 
Das DA* 200mm ist trotz fehlendem "F" im Namen uneingeschränkt am großen Sensor verwendbar
Die K-1 ist wie geschaffen für die Landschafts- und  Nachtfotografie

Nach den Ferien ist vor den Ferien. Und so konnte ich im Herbst für einen Urlaub in Vorarlberg mit der K-70 erneut eine Testkamera bei Ricoh abgreifen. Die Kamera ist meiner Meinung nach im PENTAX Programm der Preis-Leistungs-Sieger, auch wenn ich das semi-professionelle Gehäuse eines K-5 oder K-3 Modells immer noch vorziehe. Dafür bietet sie ein bewegliches Display, eingebautes WLAN, sowie die Pixel-Shift Resolution aus der K-1 und K-3II. Dazu ist sie natürlich ein gutes Stück kompakter und leichter als ihre älteren Schwestern.

Die K-70 ist der verbesserte Nachfolger von K-S2 und K-50 - inklusive Pixel Shift und WLAN
Wintereinbruch im Herbst - keine Sorgen um die Ausrüstung dank WR
Mit PENTAX  den Durchblick ;)

Neben der ganzen Testerei dieses Jahr gab es leider nur wenig Zeit (und auch Lust) an neuen Fotoprojekten. Ein Highlight im Frühjahr war sicher der im Pentaxians Forum organisierte Model-Shooting Workshop. Dieser sowie das jährliche Usertreffen der Pentaxians waren die richtigen Gelegenheiten, sich wieder einmal mit bekannten Mitstreitern aus dem Forum zu treffen und gemeinsam viel Spaß zu haben. Das Usertreffen ist für 2017 wieder fest eingeplant, wenn auch das Ziel noch nicht feststeht.

Für mich Neuland: Model-Shooting

Ein anderer roter Faden durch das Jahr waren einige Foto-Ausflüge mit Kollegen aus meinen Arbeitsumfeld, darunter zum Landschaftspark Duisburg, Köln oder nach Koblenz. Dabei ging es immer um Fotografie bei wenig Licht bzw. in der Nacht, ein Sujet welches mir neben der Langzeitbelichtung am Tag sehr ans Herz gewachsen ist.

Noch einmal zurück zur K-1. Ich hatte es bereits geschrieben, sie hatte mich gepackt. Zumal im Schrank bereits ausreichend Kleinbild-kompatibles Glas vorhanden war. Dazu war die Erinnerung an den Spaß im Sommer mit der K-1 immer noch so präsent, dass ich vor Weihnachten dann zugeschlagen habe. Ich bin davon überzeugt, dass ich nun keine großartig anderen Bilder machen werde, aber die Möglichkeiten sind wieder ein wenig vielfältiger. Und wie ein kluger Mensch mal gesagt hat: neue Objektive bringen wohl mehr Bildqualität, eine neue Kamera aber mehr Spaß.

Auf dem Gabenteller zu Weihnachten: die K-1 mit DFA 28-105mm Objektiv

Die K-5IIs bleibt definitiv als Backup, sie ist für den zu erwartenden Verkaufspreis einfach zu gut, dabei noch wesentlich leichter und kompakter als die K-1. Bei Verwendung von APS-C Linsen bringt sie eine vergleichbare Bildqualität, dazu ist sie in der Bildfolge schneller. Auch bleiben mit dem Fisheye Zoom (hier an der K-70 in Vorarlberg) und den DA 21mm und 35mm Limited Linsen noch einige gute APS-C Linsen im Bestand, von denen ich mich nicht trennen mochte.

Aus dem Kauf der K-1 ergeben sich direkt die Vorhaben für das neue Jahr 2017. Es stehen einige Urlaube an, für die ich mir den Kauf der K-1 auch schön geredet habe. Das Ganze führt nun zum Vorsatz, die vorhandenen Objektive mit der neuen Kamera richtig kennen zu lernen. Neue Objektive werden nicht angeschafft, d.h. wie bereits 2015 wird es keine neue Anschaffungen geben. Das selbst auferlegte Hobby-Budget für den Familienvater ist durch die K-1 Anschaffung eh auf Jahre ausgeschöpft.

Meine aktuelle PENTAX K Sammlung. Mit Einzug der K-1 wurde im Vergleich
zum Vorjahr einiges verändert, vieles verkauft.  

Neben PENTAX ist meine Olympus Ausrüstung feste Konstante meines fotografischen Schaffens. Was Olympus dabei wesentlich besser kann als PENTAX ist Marketing, wie ich mich auf der Photokina und dem Perspective Playground in Köln mal wieder überzeugen konnte. Das MFT System bleibt für mich die ideale Lösung, wenn unbeschwertes Fotografieren angesagt ist. Also zumeist unterwegs mit der Familie, wenn Fotografieren als Hobby nicht im Vordergrund steht. Dazu kann die Olympus aufgrund des intelligenten Autofokus (Gesichtserkennung, Fokus auf die Augen) auch sehr erfolgreich von meinen Kindern eingesetzt werden.

Der Nachwuchs hat Spaß an der kompakten Olympus 

Was nun die K-1 Neuanschaffung und damit verbundene Konsumverzicht in 2017 für den Blog bedeutet, wird sich zeigen. Die letzten Jahre machten die Beiträge zur irgendwelchen Tests von an- und verkaufter Hardware einen beachtlichen Anteil aus. Dazu kamen aber auch immer wieder Tests von Kameras, die mir Ricoh zur Ansicht zugeschickt wurden. Ich hoffe, dass der Kontakt nach Hamburg auch 2017 aufrecht erhalten werden kann und da Nachschub kommt. Die Vorzeichen sehen gut aus, bereits zur CP+ im Frühjahr in Japan könnte es losgehen. Davon unbenommen wünsche ich unserer Lieblingsmarke ein erfolgreiches neues Jahr! Und uns allen mehr Gelassenheit und Frieden.



Freitag, 30. Dezember 2016

[NMZ] Nachts im Revier

Am Fuße des Alsumer Berges mit Blick auf die Kokerei Schwelgern

Oh weh, da sind wirklich fast zwei Monate ins Land gegangen ohne Lebenszeichen auf diesem Blog. Tatsächlich habe ich in letzter Zeit fleißig fotografiert, aber nur für das Privatarchiv. Und ich war schwer beschäftigt mit dem Verkauf von Foto-Hardware. Auslöser war der Weihnachtswunsch nach einer PENTAX K-1, und tatsächlich lag die Kamera nebst DFA 28-105mm Objektiv unter dem Weihnachtsbaum. Ein dickes Dankeschön ans Christkind!

Die erste, echte Bewährungsprobe für das neue Equipment gab es dann am Mittwoch Abend. Zusammen mit einem netten Kollegen ging es nach Duisburg, wo ich zuvor im Internet ein paar Ziele herausgesucht hatte. Obwohl wir einige Stunden eingeplant hatten, haben wir am Ende doch nur drei Orte aufsuchen können. Entschleunigung war angesagt. Erster Haltepunkt war die imposante Landmarke "Das Geleucht" auf der Halde Rheinpreussen bei Moers, welche eine überdimensionale Grubenlampe darstellt und nachts im roten Licht erstrahlt.

"Das Geleucht" auf der Halde Rheinpreussen bei Moers
Die überdimensionale Grubenlampe ist das größte Montankunstwerk der Welt

Zweite Station war der Alsumer Berg, welcher Einblicke auf ein Hochofenwerk, eine Kokerei und mehrere Kraftwerke liefert - so die Theorie. In der Dunkelheit vor Ort fehlte uns leider die Orientierung und das Vertrauen, den einmal eingeschlagenen Weg länger zu folgen. So blieb uns der Ausblick auf die Kokerei Schwelgern, welcher aber insbesondere durch das Spiel der Dampfwolken nachhaltig beeindruckte. Eine Rückkehr zum Alsumer Berg im nächsten Jahr habe ich bereits fest eingeplant, dann sollte auch mal einer der offiziellen Aussichtpunkte erreicht werden können.

Immer unter Dampf - Kokerei Schwelgern  mit Löschturm in Aktion
Kokerei Schwelgern am Alsumer Berg

Beim Fotografieren kann ich mich zeitlich verlieren, so auch an diesem Abend. Obwohl wir erst zwei Wegpunkte angefahren hatten, war die Zeit schon sehr fortgeschritten, so dass Michel und ich unser nächstes Ziel, den Landschaftspark Duisburg, fallen ließen. Ein Besuch im LaPaDu hat einfach mehr Aufmerksamkeit verdient, da reicht ein kurzer Halt einfach nicht aus. Außerdem hatten wir den Landschaftspark bereits im Juni zusammen besucht.

Und so ging es zu unserem letzen Ziel in dieser Nacht, der Landmarke "Tiger And Turtle" im Duisburger Angerpark. Diese stellt eine Art begehbare Achterbahn dar. Leider blieb uns hier zum Abschluss der Exkursion auch nur ein halbes Stündchen, bevor wir den Heimweg antreten mussten. Leider war so keine Zeit mehr, die Treppenstufen zu erkunden und Details zu entdecken.



"Tiger and Turtle" - Pominente Landmarke im Duisburger Angerpark seit 2011
Der Looping ist nicht begehbar, der Rest der Anlage schon

Noch ein paar Worte zur eingesetzten Foto-Technik? Die K-1 war zumeist auf ISO 200 eingestellt mit fixen Weißabgleich auf 4400 Kelvin und manuellem Belichtungsprogramm. Fokussiert wurde per Live-View. Die neue Kamera hat das geliefert, was ich von ihr erwarten durfte. Ich bin mir zwar sicher, dass ich mit meiner bisherigen DSLR mit kleineren APS-C Sensor vergleichbare Ergebnisse erhalten hätte, dafür aber weniger komfortabel. Highlights waren für mich weniger ein Aha-Erlebnis beim Bildergebnis, als vielmehr bei der Bedienung. Hervorheben möchte ich das bewegliche Display, die zuschaltbare Beleuchtung über die eingebauten weißen LEDs (insbesondere am Bajonett für den Objektivwechsel) sowie die Möglichkeit zur Langzeitbelichtung mit Zeiten im Minutenbereich (einstellbar über das Bulb Belichtungsprogramm seit dem neuesten Firmware Update).

Die Fotos habe ich in Lightroom als Farbvariante sowie in Schwarz-Weiß enwickelt, jeweils mit leichter Vanilla Tönung. Tatsächlich hatte ich anfangs gar keine Schwarz-Weiß-Entwicklung im Sinn. Sie ist eher aus der Not geboren, da mich die Farbvarianten nach der ersten Sichtung nicht immer angesprochen haben.  Insbesondere die Mischlichtsituation aus künstlicher Beleuchtung und der Feuersäule bei der Kokerei am Alsumer Berg habe ich nicht recht in den Griff bekommen. Zumindest habe ich keine Farbtemperatur über den Weißabgleich gefunden, der mir zugesagt hat. Dann also B&W, passt.

Mischlichtsituation am Alsumer Berg in Farbe ... 
... und im Vergleich Schwarz-Weiß.

Sonntag, 6. November 2016

[Praxistest] Unterwegs in Vorarlberg mit der PENTAX K-70

K-70 im Außeneinsatz - die neue Mittelklasse aus dem Hause PENTAX

In den Herbstferien hatte ich das große Vergnügen, das neueste PENTAX DSLR Modell testen zu dürfen, welches mir von Ricoh in Hamburg zur Verfügung gestellt wurde. Die PENTAX K-70 durfte mich nach Vorarlberg in Österreich für eine Woche begleiten. Erste Fotos habe ich bereits im letzten Post Fisheye Bregenzerwald gezeigt. In diesem Beitrag fasse ich mal ein paar Gedanken zusammen, ohne jetzt einen umfassenden Test abliefern zu wollen, der allen Aspekten der Kamera gerecht werden könnte (z.B. hat mich nie die Video-Funktion einer PENTAX Kamera sonderlich interessiert). Dazu gibt es einige Fotos aus Vorarlberg, diese allerdings diesmal ohne Fisheye Optik.

Die K-70 gilt zugleich als Nachfolgerin der K-50 als auch der K-S2, wobei insbesondere letzere Kamera wohl Pate stand. Dabei hat Ricoh die (wenigen) Kritikpunkte an der K-S2 angenommen und aus meiner Sicht auch beseitigt, so dass eine Top-Mittelklasse DSLR herausgekommen ist, die die bekannten PENTAX Tugenden hochhält, viel Kamera fürs Geld zu bieten. Schon selbstverständlich sind da die bewegliche Sensoreinheit, die Wetterfestigkeit und das kompakte, robuste Gehäuse. Dazu kommen einige neue Features, die von der neuen K-1 und dem letztjährigen Top-Modell K-3 II stammen, allen voran die Pixel Shift Resolution.

Sonntäglicher Blumengruß aus dem Großwalsertal (DA 18-135mm)
Alpengasthaus Edelweiss am Aufstieg zur Kanisfluh (Samyang 14mm)

Der Body erinnert in seiner Form und mit der Anordnung der Bedienelemente sofort an die K-S2, auch wenn er leicht in der Größe zugenommen hat. Das Außenmaterial ist standesgemäß Plastik, leicht angeraut, hochwertig verarbeitet und ohne irgendwelches Knarzen. Persönlich ziehe ich aber immer ein Magnesium Gehäuse wie bei den K-5/K-3 Modellen vor, das Anfassgefühl ist mir einfach sehr wichtig fürs Wohlbefinden. Wie beim Vorgänger ist das Display an einem Scharnier an der linken Seite befestigt und klappt seitlich aus. Die Aufhängung hatte bei meinem Modell leider etwas Spiel, so dass der Monitor ein wenig klapprig in der Ruheposition an der Kamera hing. Ich glaube, dass ich hier aber auch sehr kritisch hinschaue, zumal mich die Vier-Stangen-Mechanik des Displays einer PENTAX K-1 im Sommer so begeistern konnte.

Mein Hauptkritikpunkt im Test der K-S2 war seinerzeit die Ausgestaltung der Tasten des Steuerkreuzes, die bündig mit dem Gehäuse abschließen und dann nach innen einfallen und somit schwer ertastbar sind. Dieses Manko hat Ricoh definitiv nachgebessert, auch wenn der erste Blick auf die Kamerarückseite dies zunächst nicht erwarten lässt. Besonders hilfreich finde ich die neue Option im Einstellungsmenu 4-Wege-Controller-Einstellung. Bei der Auswahl von Typ 2 wird das Steuerkreuz primär für die Wahl des AF-Punktes genutzt. Wenn stattdessen die direkte Anwahl für ISO, Weißabgleich oder Aufnahmeart über das Steuerkreuz benötigt wird, wird diese durch langes Drücken der OK Taste kurzfristig eingeschaltet, die Kamera fällt danach aber wieder in die AF-Auswahl zurück. Für mich ist das bisher die beste Lösung, die ich mir auch für meine K-5IIs wünsche. Noch empfänglicher wäre ich freilich für ein eigenes, zusätzliches Steuerkreuz oder Joystick zur AF-Punkt-Auswahl, wie Nikon dies beispielsweise bei der D500 oder Fuji bei der X-T2 anbietet.

Unter der Gondel am Diedamskopf  (Samyang 14mm)
Wintereinbruch Hochtannenbergpass (DA* 200mm)

Gegenüber der K-S2 bietet die K-70 einen neuen Sensor mit mehr Pixeln auf gleichem Raum (24 statt 20 Megapixel), die Pixel Shift Funktion für eine noch bessere Ausnutzung der Bildauflösung bei statischen Motiven, ein konfigurierbares INFO Menu (mein Highlight: Anzeige der aktuellen Brennweite auch bei Zooms) sowie die sehr nützliche Ansichtseinstellung draußen, die ich mir sofort auf die Raw/FX1 Taste gelegt habe. Dieses kleine, unscheinbare Feature (erstmals eingeführt in der K-1) erlaubt es, die Display-Helligkeit auf einfachste Weise an das Umgebungslicht anzupassen, so dass auch bei Sonnenschein der Monitor sehr gut ablesbar bleibt.

Einige Gags der K-S2 haben es nicht in den Nachfolger geschafft, so der Selfie-Modus, der die Wifi-Taste zum Auslöser umfunktionierte, sobald der Monitor um 180 Grad nach vorne gedreht wurde, sowie eine eigene A-HDR Stellung auf dem Programmwahlrad. Aus meiner Sicht kein Verlust. Dazu hat es aber ein neues Gimmick (ich mag es nicht anders nennen) in die K-70 geschafft: das Nachtsichtdisplay taucht die Anzeigen auf dem Monitor in tiefe Rottöne, was die Lesbarkeit im Dunkeln erhöhen soll. Nun gut, die Spielerei sei verziehen.

Gewohnte PENTAX Bedienelemente - A-HDR Stellung und Selfie-Auslöser der K-S2 sind wieder verschwunden
In Vorarlberg mein Objektiv für weite Landschaften und überragende Schärfe: das manuelle Samyang 14mm 

Stillstand gibt es beim Autofokus. Das AF-Modul SAFOX X entspricht dem der K-S2 - und der vier Jahren alten K-5IIs. Der Phasen-AF mit 11 Sensoren funktioniert zuverlässig auch bei wenig Licht (insbesondere der zentrale AF Sensor), für kontinuierliche Verfolgung schneller Ziele ist das System aber nicht sonderlich geeignet. Für Landschaftsaufnahmen in Vorarlberg oder Schnappschüsse von der Familie reicht es allemal.

Ricoh bewirbt die K-70 mit einem neuen Hybrid-Autofokussystem für den Live-View (also Phasen-AF direkt auf dem Sensor) für mehr Geschwindigkeit - in der Praxis konnte ich aber keine Vorteile für mich feststellen. Im Pentaxforums Review der K-70 hab ich den Hinweis gefunden, dass dies wohl auch nur für Video Aufnahmen und mit PENTAX Linsen mit speziellen AF Motoren (DC oder PLM im Namen, SDM wohl nicht) funktioniert - und da eher leidlich. Mit anderen Worten: die K-70 ist die erste Pentax mit Autofokus bei Videoaufnahmen, aber die aktuelle Implementierung dürfte kein sonderlicher Aktivposten sein. PENTAX macht halt Fotoapparate und keine Videokameras.

Paragliding konnte den K-70 Autofokus nicht überfordern (DA* 200mm)
Blattportrait (FA 43mm)

Wirklich herausragend empfinde ich die Bildqualität, die Ricoh aus dem 24 Megapixel Sensor von Sony herausholt. Ich hatte jetzt nicht die Zeit, gezielte ISO Belichtungsreihen wie noch im K-1 Test zu machen, aber letztendlich müssen ja die Fotos aus der Praxis überzeugen. Und das haben sie. Selbst ISO 6400 Raws zeigen noch ein gefälliges (aber natürlich auch deutlich vorhandenes) Rauschen und können somit gut nachbearbeitet werden - was für eine APS-C Kamera wirklich erstaunlich ist. Gefühlt produziert die K-70 die besten Bilder, die jemals aus einer APS-C Pentax  in meinen Händen gepurzelt sind.

Pixel Shift habe ich jetzt nicht gesondert ausprobiert, sehe die Funktion aber als echten Gewinn, wenn der Anwendungsfall stimmt. Ich verweise hier mal auf meinen Pixel Shift Bericht zur K-1, die neue K-70 bietet hier die gleiche Funktionalität inklusive Bewegungskorrektur und somit das Potential das Maximum an Auflösung aus den Rohdaten herauszuholen - es darf sich halt nur nichts bewegen.

Aufgereiht (FA 43mm)
Wanderung am Diedamskopf (DA* 200mm)

Apropos Raw. In meiner Woche mit der K-70 ist mir ein Fauxpas unterlaufen. Getreu dem Blog-Motto habe ich die Kamera auf PEF als Aufnahmeformat eingestellt, nur um dann nach einigen Tagen feststellen zu müssen, dass Lightroom die Kamera noch gar nicht unterstützt. Zum Glück ist es möglich, mit der mitgelieferten Digital Camera Utility Software nachträglich in das DNG Format zu konvertieren und so die Raws in Lightroom zu imporieren. Glück gehabt.

Einen hab ich noch: der Akku ist zu klein. Bei mir hat er pro Tag in den Bergen für knapp über 300 Fotos gereicht. Dabei habe ich weder Videos aufgenommen noch den Blitz eingesetzt, nur ab und an mal den Live View genutzt und die Aufnahmen am Monitor kontrolliert. Also eigentlich nichts Besonderes. Ein oder zwei Ersatzakkus wären damit für mich Pflicht, um unbesorgt über den Tag zu kommen.

Fazit? Aus meiner Sicht ist die K-70 eine wirklich gute, absolut konkurrenzfähige Mittelklasse DSLR, die mit Funktionalität, Robustheit und 1-A Bildergebnis überzeugt, die sich aber auch mal wieder über den Autofokus angreifbar macht - aber das hat Tradition und stört uns Pentaxians auch nicht sonderlich, da wir in der Regel keine Action-Fotografen sind. Die anderen Herstellen sollen ja auch ihre Nische behalten ;-)

Abstieg vom Diedamskopf (Samyang 14mm)
Schnee- statt Feenstaub (FA 43mm)